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Evian-Flasche zu 100 Prozent aus R-Pet

Evian und Volvic stellen ihr Sortiment auf Flaschen aus 100 Prozent recyceltem PET (rPET) um. Dadurch sollen bis zu 50 Prozent CO2-Emissionen eingespart werden.

von hps

Evian und Volvic-Mineralwasser wird ab September 2020 zu hundert Prozent in r-Pet-Flaschen abgefüllt. (Bild: Danone)

Plastik ist eine wertvolle Ressource und darf nicht weiter zu Müll werden. Dies ist die Überzeugung des Mineralwasserabfüllers Evian-Volvic Suisse. Das Unternehmen schliesst nun den PET-Kreislauf, indem evian und Volvic Flaschen auf 100% recyceltes PET (rPET) umgestellt werden, wie Frederic Haas, Country Manager Danone in einer heute Dienstag online durchgeführten Medienkonferenz sagte.

«Weil bei rPET kein frisch produziertes PET aus Erdöl eingesetzt wird, reduzieren wir durch rPET unseren ökologischen Fussabdruck», sagte der Country Manager von Danone Schweiz. Zusammen mit PET-Recycling Schweiz, die landesweit über 56 000 PET-Sammelstellen betreibt, leiste Evian-Volvic Suisse so einen wichtigen Beitrag dazu, dass Flaschen auch wieder zu Flaschen werden können. Darüber hinaus hat evian den Aufbau von The Ocean Cleanup unterstützt, einem gemeinnützigen Start-up aus den Niederlanden, welches weltweit Plastikabfälle aus Ozeanen und Flüssen filtert. 

«Die Schweiz hat ein Abfallproblem und ist einer der Weltmeister, wenn es darum geht, pro Kopf Abfallmengen zu produzieren», sagt Olmar Albers, Geschäftsführer öbu desVerbandes für nachhaltiges Wirtschaften. Die Schweiz verschwende gleich drei Welten an Ressourcen. Es gehe aber nicht einfach darum, weniger zu produzieren. Denn der CO2 Ausstoss und weitere Umweltbelastungen sollen von der Wohlstandserhöhung entkoppelt werden. Die lineare Wirtschaft produziere für die Tonne. Etwas besser sehe es bei der sogenannten «Recycling Economy» aus, wo die Stoffe mehrmals benutzt werden, aber dennoch früher oder später in der Tonne landen würden. Damit sei die Kreislaufwirtschaft (KLW) am sinnvollsten. Diese sogenannte «Circular Economy» nutze die Rohstoffe ewig. Dabei werde angestrebt, den Wert (Material oder wirtschaftliche Wert) so lange wie möglich im System zu behalten.

Die grössten Hürden würden jedoch in den Köpfen liegen, ist Albers überzeugt. Denn die KLW fordere andere Kompetenzen. Also kein«Business as usual». Man müsse neue Akteure einbeziehen und Kollaboration in gesamter Wertschöpfungskette eingehen. Auch Abnehmer hätten oft Vorurteile gegenüber recycelten Materialien. Die Mengen würden noch nicht hergestellt und die Nachfrage und die Rohstoffe würden nicht auf dem gleichen Niveau liegen. Ausserdem würden auch Vorschriften und regulatorische Behinderungen, die auf linearen Modellen basieren und auch Partikularinteressen die KWL behindern. 

Albers nennt auch Beispiele, wo Recycling nicht grossen Sinn macht, wie zum Beispiel Altpapier zu Zeitungspapier zu recyclen. Sinnvoller wäre dieses als Isolationsmaterial. Auch keinen Sinn mache es, einen eisernen Motorblock wiederaufzubereiten, wenn dadurch der Einsatz eines Alu-Motorblocks verhindert werde. Damit machte Albers klar, dass KLW nicht nur aus der Sicht des Materialwertes betrachtet werden solle.

Jean Claude Würmli wies auf den grössten Nachteil von PET hin: «Es kommt von weit her», so der Geschäftsführer von PET Recycling Schweiz. «Da steckt viel CO2 drin» und sagt: «Damit ist es ganz klar zu schade für die Verbrennung». Heute würden mit PET-Recycling jährlich 138 000 Tonnen CO2-Aequivalente eingespart. 50 000 Betriebe würden die PET-Flaschen mittels 220 000 PET-Sammelbehältern sammeln. Es gibt drei vollautomatische Sortieranlagen in Grandson, Neuenhof und Frauenfeld, die 40 000 Tonnen PET Flaschen mit einer Reinheit von bis zu 99,8% sortieren würden. Die zwei Schweizer Recycling Anlagen in Bilten und Frauenfeld stellen danach 36 000 reines r-PET aus Flaschen und 3650 Tonnen p-PET aus Deckeln her. Es sei nunmehr schon 20 Jahre her, seit die erste Anlage, PET in LM-Qualität bauen konnte, sagte Würmli.

In der Schweiz werde heute schon rund 40 % des gesamten PET-Verbrauchs, durch R-Pet ersetzt. «Das ist schon einmal ein guter Ausgangspunkt», so Würmli. In der EU lauten die Ziele: 25% bis im Jahr 2025 und 30% bis im 2030 durch r-PET zu ersetzen. In der Schweiz lautet gemäss Würmli das Ziel bis im 2023 50 % und bis im 2025 60 Prozent r-PET einzusetzen.