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Barry Callebaut will mit Pflanzenkohle klimapositiv werden

Aus Kakaobohnenschalen Pflanzenkohle herstellen und damit grüne Energie produzieren, die Böden verbessern und CO2 binden: Auch mit diesem Ansatz will der weltgrösste Schoggihersteller Barry Callebaut bis 2025 klimapositiv werden.

von pd/mos

Pflanzenkohle ist für Barry Callebaut ein Schritt hin zur Klimapositivität. (Bild Circular Carbon/zvg)

Kakaobohnenschalen fallen als Nebenprodukt beim Schälen der gerösteten Kakaobohnen in der Schokoladenindustrie an. Aus diesem «Abfall» macht Barry Callebaut seit diesem Jahr in einer seiner europäischen Fabriken mittels Pyrolyse Pflanzenkohle, wie der Konzern in einer Mitteilung schreibt. Dabei werden die Kakaoschalen unter Luftabschluss bei hohen Temperaturen zu Pflanzenkohle umgewandelt. Für den Prozess braucht es zwar Energie, dabei entsteht jedoch auch überschüssige «grüne» Energie, die Barry Callebaut für seine Fabriken nutzen will. Nach der ersten Pilotfabrik soll das Verfahren auch in anderen Fabriken zur Anwendung kommen, heisst es in der Mitteilung.

Diese Massnahme helfe mit, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, bis 2025 klimapositiv zu werden, heisst es weiter.

Auch auf den Kakaofarmen selber will Barry Callebaut künftig Pflanzenkohle herstellen, aus Kakaofruchtschalen und anderem organischen Material, das bei der Kakaoproduktion anfällt. Die Pflanzenkohle kann in den Boden eingebracht werden und dient einerseits als Bodenverbesserer. Die Pflanzenkohle kann Dünger wie ein Schwamm aufsaugen und danach langsam wieder abgeben. Ausserdem binde Pflanzenkohle C02, das bei der Verrottung des organischen Materials frei würde, dauerhaft im Boden, schreibt Barry Callebaut.