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SFIAR-Forschungspreis für krankheitsresistene Bohnen

Michelle Nay von der ETH Zürich hat in ihrer Doktorarbeit einen Werkzeugkasten entwickelt, der die Züchtung krankheitsresistenter Bohnen vereinfacht. Dafür erhält sie den Forschungspreis des Schweizerischen Forums für internationale Agrarforschung (SFIAR).

von pd/mos

Michelle Nays Forschung hilft, krankheitsresistentere Bohnensorten zu züchten. (Bild zvg)

Bohnen sind eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel in Afrika und Lateinamerika. Mit ihrem hohen Proteingehalt tragen sie entscheidend zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Doch Pflanzenkrankheiten können zu verheerenden Ertragsausfällen führen. So kann der Pilz, der die gefürchtete Angular-Leaf-Spot-Krankheit (ALS) hervorruft, Ernteverluste von bis zu 80% verursachen. Michelle Nay habe mit ihrer Forschung einen Beitrag zum Kampf gegen diese Krankheit geleistet, heisst es in einer Mitteilung des SFIAR vom Donnerstag.

Dazu hat sie eine Sammlung von 316 Bohnensorten zusammengestellt, die für die Weiterzucht relevante Merkmale gegen den Pilz aufweisen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Anschließend hat sie die Bohnen in Uganda und Kolumbien angepflanzt, um herauszufinden, wie die verschiedenen Sorten auf die Stämme des Schadpilzes reagieren. Zusätzlich hat sie für jede Bohnensorte ein genetisches Profil erstellt und jeweils jene Bereiche im Erbgut identifiziert, welche für die ALS Resistenz relevant sind. Basierend auf diesen Informationen hat Michelle Nay einen Werkzeugkasten entwickelt, mit dem sich ALS resistente Bohnen gezielter, rascher und günstiger züchten lassen. Der Werkzeugkasten steht nun allen interessierten Züchtern zur Verfügung.

Mangelernährung in Madagaskar

Michelle Nay bekommt den mit 5000 Franken dotierten PhD Award am 8. Dezember überreicht, im Rahmen der öffentlichen Online-Veranstaltung  «Nutritious food for all – A challenge for agricultural research and beyond» (Mehr Infos auf der SFIAR-Website). Ausgezeichnet wird ausserdem Jacqueline Ribeli mit dem «Master Thesis Award» von 1000 Franken. Ribeli hat in ihrer Masterarbeit an der BFH-HAFL zu sozio-kulturellen Gründen für Mangelernährung bei Kindern in Madagaskar geforscht. Jacqueline Ribelis Arbeit zeige, dass erfolgreiche Strategien gegen Mangelernährung viele verschiedene Faktoren berücksichtigen müssten, heisst es in der Mitteilung.