Datum: Branche: Technologie:

Diese Etikette spürt, ob das Fleisch noch gut ist

Das schwedische Start-up Innoscentia hat eine Lebensmittel-Etikette entwickelt, die mit Sensoren prüft, ob das Fleisch in der Packung noch gut ist. Die Info wird aufs Smartphone übermittelt, oder direkt auf der Etikette angezeigt.

von mos

Sensoren messen die Gase in der Fleischverpackung, die Etikette zeigt den Zustand in Echtzeit an. (Bild Innoscentia)

Innoscentia ist eine Partnerschaft mit der kanadischen Tech-Firma Ynvisible Interactive eingegangen, um Haltbarkeitslabel zu entwickeln, die in Echtzeit die Frische des verpackten Fleisches kontrollieren. Das System soll Lebensmittelverschwendung verhindern und Konsumenten vor verdorbenemen Fleisch warnen, wie das Fachportal foodnavigator.com berichtet. Die Partnerschaft mit Ynvisible erlaube es Innoscentia, ihre Prototyp-Technologie verschiedenen Produzenten und Detailhändlern in Skandinavien vorzustellen. Längerfristig will das Unternehmen auch im übrigen Europa seine Technologie anbieten.

Wie funktioniert das?

Das System von Innoscentia misst die flüchtigen organischen Verbindungen in der Fleischpackung. Anhand dieser Gase kann erkannt werden, ob Fleisch noch frisch ist oder verdorben. Messen die Sensoren in der Etikette, dass das Fleisch zu verderben droht, melden sie dies via RFID an das Smartphone der Konsumenten, wie foodnavigator berichtet. Die 2015 gegründete Firma hat ausserdem auch eine analoge Variante der Etikette entwickelt, bei der die Tinte je nach Zustand des Fleischs die Farbe wechselt.

Im Fokus der Firma steht momentan Frischfleisch wie Hackfleisch oder Poulet. Die Firma möchte aber auch Anwendungen für andere Frischprodukte wie Fisch, Milchprodukte oder alternative Proteinprodukte entwickeln. Das Prinzip sei bei all diesen Produkten das gleiche, sagte Innoscentia-CEO Erik Mansson gegenüber foodnavigator.

Längeres Shelf-life, weniger Foodwaste

Die grössten Vorteile der neuen Technologie seien längeres Shelf-life und weniger Foodwaste, sagte Mansson weiter. Ablaufdaten hätten in der Regel eine Sicherheitsmarge von 20 bis 30 Prozent. Hackfleisch könne zum Beispiel noch drei bis vier Tage nach Ablauf des Verfallsdatums gegessen werden, so Mansson. «Mit unserer Etikette sehen Sie wirklich, wie es um das Fleisch bestellt ist», so Mansson, während das Verfallsdatum nur eine Schätzung sei.

Die Innoscentia-Technologie erlaube es zudem, via die Etiketten auch Informationen zur Herkuft eines Produkts oder zu dessen Umweltbelastung zu geben, sagte Mansson weiter. Das ermögliche Rückverfolgbarkeit und Transparenz.

Die neuen Etiketten würden ein Produkt geringfügig verteuern, sagte der Innoscentia-CEO weiter. Er sei aber überzeugt, dass Hersteller und Konsumenten bereit seien, diesen Mehrpreis zu zahlen.