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Die Schoggiproduzenten setzen auf Zuckerreduktion

Nestlé, Chocolat Frey, Barry Callebaut: Sie alle wollen Schoggi mit weniger Zucker anbieten. Das ist allerdings gar nicht so einfach, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

von mos

(Symbolbild Pixabay)

Nestlé hatte 2018 eine «bahnbrechende» physikalische Methode angekündigt, um den Zuckergehalt in Schokolade um 30 Prozent zu reduzieren – ohne dass der Geschmack darunter leiden sollte. Der sogenannte strukturierte Zucker ist im Inneren hohl und löst sich dadurch im Mund schneller auf. Der damit produzierte und in Grossbritannien lancierte Schoggiriegel ist allerdings vor einigen Monaten wieder aus den Regalen verschwunden,  wie die «Sonntagszeitung» schreibt. «Das Produkt war auf viele Arten bahnbrechend, hat aber Kundenerwartungen bei Geschmack und Preis nicht voll erfüllt», sagte ein Nestlé-Sprecher gegenüber der Zeitung. Nun versuche sich Nestlé an anderen Varianten, um den Zuckergehalt in seinen Schokoladen zu reduzieren.

Auch die Migros-Tochter Chocolat Frey prüft laut dem Bericht neue Ansätze, mit dem Ziel, «ein zusätzliches Angebot an zuckerreduzierter Schokolade anzubieten». Aktuell laufen dazu verschiedene Projekte. Details wollte Frey der Zeitung nicht verraten.

Auch der weltgrösste Schoggihersteller Barry Callebaut hat das Thema Zuckerreduktion weit oben auf der Agenda. «Wir arbeiten derzeit in mehreren Projekten an neuen zuckerreduzierten Lösungen», sagte ein Sprecher der Sonntagszeitung. Man konzentriere sich auf neue Zutaten und neue Technologien. Der Zuckergehalt soll um bis zu 30 Prozent sinken.

Schoggihersteller, die ihre Produkte weltweit verkaufen, spüren zunehmenden Druck, den Zuckergehalt zu reduzieren. So werden etwa in Grossbritannien Forderungen für eine Zuckersteuer auf Schokolade immer lauter, wie die Sonntagszeitung schreibt. Ein Problem bei der Zuckerreduktion: Zucker macht die Schoggi nicht nur süss, sondern ist auch ein Füllstoff. Milchschokolade etwa enthält um die 40 Prozent Zucker. Lässt man ihn weg, braucht es andere Zutaten, um diese Lücke zu schliessen. Fasern und Fasermischungen könnten laut Herstellern die Lösung sein.