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bawaco baut neue Produktionslinie für Emmi Caffè Latte

Emmi Schweiz AG hat zusammen mit der bawaco ein neues Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, Caffè Latte neu ohne Zusatzstoffe herzustellen. Ein unbestrittenes Verkaufsargument im umkämpften Markt für kalten Kaffee.

von pd

Der neue Sterilisator von bawaco ermöglicht die Behandlung von 20'000 Litern pro Stunde. (Bild zvg)

Die Caffè Latte von Emmi werden am Standort Ostermundigen bei Bern hergestellt. Am Anfang der Zusammenarbeit mit dem Anlagenbauer bawaco stand die Idee von Emmi, ihr Starprodukt Caffè Latte neu ohne Zusatzstoffe ­herzustellen: Ohne Stabilisator und ohne Verdickungsmittel. Dazu baute bawaco eine Anlage die seit Dezember 2019 in Betrieb ist. Diese kann als normaler Sterilisator für Milch und Milchmischgetränke sowie für die Caffè-Latte-Produktion «100% natural ingredients» verwendet wer­den.

Keine Zusatzstoffe, aber gleicher Geschmack und ­gleiche Kon­sistenz

Viele Konsumentinnen und Konsumenten beurteilen Zusatzstoffe skeptisch, ein Caffè Latte ohne diese Zusatzstoffe war deshalb ein Gebot der Stunde – allerdings nicht einfach umzusetzen, denn der Geschmack sollte sich auf keinen Fall verändern. «Einen grundlegend neuen Kaffee-Drink mit einer sauberen Rezeptur zu entwickeln wäre viel einfacher, als ein bestehendes Produkt grundlegend zu verändern, ohne dass es jemand merkt», sagt Emmi-Produktentwicklerin Martina Kohler.

Seit Oktober bestehen die meisten Caffè Latte Varianten lediglich aus Milch, Kaffee und Zucker und werden mit dem neuen Label «100 % natural ingredients» geken­n­zeichnet. In Spanien verkauft Emmi Produkte mit der neuen Rezeptur bereits seit Anfang Jahr unter der Marke Kaiku Caffè Latte – mit der Bezeichnung «100 % in­gredientes naturales».

Ein neues patentiertes Verfahren

Dass dies möglich wurde, ist auch der bawaco zu verdanken. Die Firma ist spezialisiert auf Anlagenplanung und Automation für die Molkereiindustrie und hat gemeinsam mit Emmi ein neues Produktionsverfahren entwickelt, das zur Patentierung angemeldet ist. Dabei werden Milch und Kaffee inline innerhalb definierter Parametern gemischt, erhitzt und homogenisiert. Am Schluss wird das Endprodukt auf 5°C ab­gekühlt.

Das Projekt

Die neue Anlage ersetzt einen alten Sterilisator und hat eine etwas höhere Kapazität: 20’000 statt 15’000 Liter pro Stunde. Die Temperaturen der Anlage liegen zwischen 115 Grad und 145 Grad Celsius. Kernstück der neuen Anlage in Ostermundigen ist ein Röhrenwärmetauscher eines deutschen Herstellers. Zusammen mit diesem hat bawaco auch ein neues Dichtungssystem entwickelt, welches den heutigen Hygienestandards vollumfänglich gerecht wird und trotzdem einfach in der Wartung ist.

Gleichzeitig wurde auch ein neues Kaffeetanklager gebaut. «Früher hat man Container mit Kaffee hin- und hergeschoben, heute fliesst der Caffè direkt vom Tanklager in die Anlage», sagt Adrian Lanz, Geschäftsführer der bawaco.

Die bawaco ag durfte das Projekt von A bis Z planen und realisieren. Dazu gehörte:
■ ein Kaffeelager mit ca 100m³ Kapazität verteilt auf 3 Doppelstock-Tanks
■ die UHT/Hochpast Erhitzungsanlage für Milchmischgetränke
■ eine CIP Station für Kaffee Infrastruktur
■ Steuerung und Automation der Gesamtanlage
■ Integration in bestehende Automationslösung

Für die Montage­arbeiten und elek­trischen Arbeiten wur­den langjährige und lokale Partner beauftragt.

Anspruchsvolle Inbe­triebnahme

Die Realisierung des Projekts nahm insgesamt eineinhalb Jahre in Anspruch. Nach ersten Tests mit modifizierten Be­standsanlagen machte die bawaco Emmi ein Angebot. Von der Auftragsver­gabe bis zur Inbetrieb­nahme der Anlage dau­erte es dann nur noch acht Monate. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage war anspruchs­voll, weil die Quell- und Zieltanks einer bestehenden Anlage be­nutzt wurden. Die Rohrleitungen wurden jeweils für die Tests des neuen Verfahrens umgestellt, wenn die laufende Produktion abgeschlossen war. So konnte während zwei Tagen getestet werden. Zuletzt wurden Steriltests gemacht, um sicherzu­stellen, dass auch steril war, was ste­ril sein musste. «Diese Tests waren auf An­hieb gut, und
so konnte schon bald nur noch die neue Anlage verwendet werden», sagt Lanz.

Positive Zusammenarbeit

«Die Zusammenarbeit mit Emmi war sehr konstruktiv und partnerschaftlich», sagt Lanz. Der Geschäf­-tssitz der bawaco im Norden von Bern liegt in der unmittelbaren Nähe von Emmi Ostermundigen, was bei diesem Projekt vieles vereinfachte. Die Firma hat eine Grösse die es ihr erlaubt, sowohl Grossprojekte wie dieses, als auch kleinere Projekte im In- und Ausland kompetent und Termingerecht abzuwickeln. Nur dank dem Fachwissen und der herausragenden Kompetenz unserer Mitarbeiter sowie dem guten Vertrau­ensverhältnis zwischen unseren Kunden und uns werden solche Projekte überhaupt möglich.

Auch Isidor Lauber, Produktionsleiter bei Emmi Ostermundigen, ist voll des Lobes: «Solche komplexen Projekte können nur mit kompetenten Partnern realisiert werden. Die Zusammenarbeit mit bawaco hat von der Planung bis zur Ausführung sehr gut funktioniert.»

Die bawaco bietet individualisierte Anlagen, optimal abgestimmt auf spezifische Kundenbedürfnisse. Die Firma arbeitet mit lokalen Partnern, um Swissness und raschen, kompetenten Service zu bieten. Kurz: «Die bawaco bietet Spitzenqualität mit Top-Betreuung für Industrie und Gewerbe.»