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Käserei will Milch importieren

In der Schweiz ist Industriemilch gesucht, darum will die Käserei Imlig Milch importieren. Dieses Ansinnen stösst den Schweizer Milchproduzenten (SMP) sauer auf.

von pd/hps

Die Käsepresse in der Käserei Imlig.

Die Ostschweizer Käserei Urs Imlig aus Oberriet SG will im Veredelungsverkehr über drei Jahre verteilt 3 Millionen kg Milch für die Produktion von Exportkäse einführen. Dazu hat die Käserei ein Importgesuch gestellt.

Bei den Schweizer Milchproduzenten (SMP) kommt das Ansinnen gar nicht gut an. Direktor Stephan Hagenbuch erklärt in der Bauernzeitung, dass der Verband das Gesuch «vehement» ablehne. Man müsse davon ausgehen, dass die Hauptmotivation für diesen Antrag nicht die fehlende Milch, sondern der moderat steigende Milchpreis sei. Die Milch könnte mit den «entsprechenden Anstrengungen» auch aus der Schweiz bezogen werden, so Hagenbuch.

Die SMP befürchtet Druck auf den Milchpreis und der Import untergrabe die Anstrengungen der gesamten Branche für eine erhöhte Wertschöpfung. Sowieso sei bei der Käseverarbeitung in den letzten Jahren Milchimport kein relevantes Thema gewesen. Eine Ausnahme würden die Importgesuche von Züger Frischkäse für die saisonale Überbrückung der produktionsschwachen Sommermonate bilden, so Hagenbuch.

Bei der Branchenorganisation Milch (BO Milch) sieht man gemäss Bauernzeitung die Sache weniger streng. Erstens seien die Mengen relativ tief und der Inlandmarkt würde damit nicht belastet, wie Stefan Kohler, Geschäftsführer BO Milch Auskunft gibt.