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Eating the Gap – future-proof your kitchen

Ich bin enttäuscht und zwar darüber, dass eine der avantgardistischsten Konferenzen, die 2020 im Bereich Essen und Trinken über die Bühne ging, gerade mal etwas mehr als 300 Personen vor die Bildschirme lockte.

von Patrick Zbinden

Patrick Zbinden.

Ich bin enttäuscht und zwar darüber, dass eine der avantgardistischsten Konferenzen, die 2020 im Bereich Essen und Trinken über die Bühne ging, gerade mal etwas mehr als 300 Personen vor die Bildschirme lockte. Mir fällt kein Grund oder keine plausible Ausrede ein, wieso man sich den 16. November nicht als Weiterbildungstermin notierte – zumal für diese Konferenz keinerlei Anreise-, Übernachtungs-, bzw. Eintrittskosten anfielen. Naja, vielleicht liegt es daran, dass man im Vorfeld den äusserst empfehlenswerten Newsletter von foodpairing.com nicht abonniert und somit das «Eating the Gap – future-proof your kitchen» Programm nicht fristgerecht in seiner Inbox hatte.

Der erste Eating the Gap Infoblock hatte den Übertitel «Plant-Based Revolution». Weiter ging es mit Referaten und moderierten Gesprächen rund um das Thema «Healthier Meals» und ab 18.00 Uhr stand das Thema «Kitchen 4.0» auf der Agenda. Eigentlich sollte bereits bei der Ansage dieser drei Programmfenster jedem Food-Interessierten das «Ich will mehr Wissen» Wasser im Mund zusammenlaufen. Schaute man sich in der Agenda das Line-up der teilnehmenden Spitzenköche, Forscher und Startup-Gründer sowie deren Konferenzthemen etwas genauer an, war bei Wissensgierigen der Speichelfluss nicht mehr zu stoppen.

In diesem Sinne: Ein ganz grosses Dankeschön ans foodpairing.com Team, welches zusammen mit EIT Food diese erste Eating the Gap Konferenz organisierte. Respekt fürs hochstehende Programm und die grossartige Inszenierung des virtuellen Live-Events, bei welchem neuste Online-Streaming-Technologien zum Einsatz kamen. OK, manchmal ging das Mikrofon nicht rechtzeitig an oder es passierte, dass aufgrund der 10 Minuten Slots die Referenten zu wenig Zeit hatten, das eine oder andere Thema zu vertiefen. Bei 40 inspirierenden Sessions sind solch kleine Mängel aber absolut vernachlässigbar.

Falls Sie jetzt denken: «So wie es aussieht, habe ich da etwas Spannendes verpasst»: Richtig! Doch zum Glück wurden alle Präsentationen aufgezeichnet. Bei YouTube «Eating the Gap 2020» ins Suchfenster eintippen und schon lassen sich alle Sessions in Ruhe zum Selbststudium anschauen. Das heisst, über acht Stunden geballtes Know-how wartet auf deren Sichtung. Einer meiner Favoriten unter all dem Überfluss an Informationen sind Heston Blumenthals (The Fat Duck ***) gedankliche Interventionen. Egal welche inspirierende, lehrreiche oder bewusstseinsverändernde Eating the Gap Session Sie bevorzugen: Ich wünsche mir, dass die Klickrate der Aufrufe kräftig in die Höhe schnellt.

«Eating the Gap»

 

Patrick Zbinden

Patrick Zbinden objektiviert, analysiert, verknüpft und archiviert permanent Daten aus den Fachgebieten Essen und Trinken. Köche, Restaurationsbetriebe, Caterer und Lebensmittelunternehmungen, aber auch Hersteller von Küchengeräten beanspruchen das Know-how von Patrick Zbinden, um Konzepte, Zubereitungsarten, Gerichte oder Geräte zu verbessern, oder um mit ihm neue Gerichte und Produkte zu entwickeln.