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Wirtschaftliche Lage bei Getränkeproduzenten ist prekär

Bei 70 Prozent der Getränkeproduzenten ist die wirtschaftliche Situation durch die neuen Einschränkungen prekär. Ein Viertel rechnet in den nächsten sechs Monaten mit Entlassungen in ihren Betrieben

von pd/hps

Die Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Getränkebranche (ASG), der Dachverband der Schweizer Getränkeindustrie schlägt Alarm. Die Getränkeproduzenten würden stark unter den abermals verlängerten Einschränkungen der wirtschaftlichen Tätigkeit aufgrund der COVID-19-Pandemie leiden. Sie würden sich namentlich als Zulieferer der geschlossenen Gastronomie und der zurückgebundenen Kultur-, Event- und Sportbranche in grosser existenzieller Not befinden.

Dies hat die ASG in einer Umfrage bei ihren Mitgliedern, deren aktuelle, wirtschaftliche Situation abgefragt wurde, herausgefunden. Seit dem ersten Lockdown im März 2020 und der ersten ASG-Umfrage habe sich die wirtschaftliche Lage bei 50 Prozent der befragten Getränkeproduzenten abermals verschlechtert. Insgesamt geben 70 Prozent an, dass ihre Situation prekär ist. Die Umsatzeinbussen würden stark schwanken und würden von wenigen Prozenten bis zu über 80 Prozent reichen. Fast die Hälfte der Unternehmen rechnet im nächsten halben Jahr mit Liquiditätsproblemen.

Über die Monate Juli bis Oktober 2020 konnten die Getränkeproduzenten gemäss der ASG zwar einen guten Absatz erreichen und die Einbussen aus dem ersten Lockdown im März/April 2020 einigermassen aufholen. Jetzt würden aber über 90 Prozent der Unternehmen in den nächsten sechs Monaten weiterhin hohe Absatzschwierigkeiten erwarten und hätten damit einen zu hohen Personalbestand. Ein Viertel der Befragten rechnet in den nächsten sechs Monaten mit Entlassungen in ihren Betrieben.

Die Schweizer Getränkebranche nehme die vom Bundesrat beschlossenen Lockerungen bei der Härtefall-Regelung und die höheren A-fonds-perdu-Beiträge zur Kenntnis. Die Umsetzung habe jedoch schnell und unkompliziert zu erfolgen, damit die betroffenen Betriebe rasch finanzielle Hilfe erhalten würden. Die Härtefall-Regelung muss gemäss ASG zudem so ergänzt werden, dass die Zulieferbetriebe der festgelegten Härtefall-Branchen, wie die Getränkeproduzenten, auch erfasst werden.