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Schoggi- und Guetzlihersteller fordern weniger Regeln

2020 gingen die Exportumsätze der Schweizer Schokolade-, Backwaren- und Zuckerwarenbranchen um insgesamt 15,9 Prozent zurück. Ein Abbau von Protektionismus und administrativen Hürden sei nun nötiger denn je, sagen die Branchenverbände.

von pd/mos

(Symbolbild Pixabay)

Die Exportumsätze der Schweizer Schokolade- und Dauerbackwarenhersteller gingen im Coronajahr 2020 um je über 16 Prozent zurück,  jene der Zuckerwarenhersteller um knapp 14 Prozent. Dies schreiben die Branchenverbände Chocosuisse und Biscosuisse in einer Mitteilung vom Donnerstag. Sie berufen sich dabei auf die Aussenhandelszahlen 2020, die die Eidgenössische Zollverwaltung am Donnerstag veröffentlicht hatte.

Während die Exporte sanken, nahm gleichzeitig die Menge der importierten Waren dieser Kategorien um insgesamt 1,8 Prozent zu. Besonders ausgeprägt war die Zunahme der Importmenge (+16,6 Prozent) bei den Dauerbackwaren. Das Auseinanderklaffen des Grenzschutzes für Rohstoffe und Fertigprodukte sowie Hindernisse regulatorischer Art würden die pandemiebedingte Negativ-Entwicklung befeuern, schreiben die Verbände.

Eine Reihe von politischen Forderungen

Die Verbände stellen deshalb eine Reihe von Forderungen auf. So dürfe der «Schoggigesetz»-Ersatz  nicht länger für Käse-Stützung zweckentfremdet werden, das schwäche die Exporteure. Ausserdem dürfe der aktuell geltende Mindestgrenzschutz für Zucker nicht über 2021 hinaus verlängert werden. Bei der Swissness-Regelung dränge sich eine Korrektur auf, weg vom Rohstoffanteil hin zur Wertschöpfung, heisst es in der Mitteilung weiter.

Ausserdem fordern die Schoggi- und Biscuitproduzenten, den «Swiss Finish» im Lebensmittelrecht abzubauen. Durch diesen «Swiss Finish» klafften lebensmittelrechtliche Deklarationsvorschriften der Schweiz und der EU auseinander. Schweizer Hersteller müssten deshalb unterschiedliche Verpackungen verwenden oder alle Hinweise auf das Produktionsland streichen, um im EU-Markt gleich lange Spiesse wie ihre Konkurrenten zu haben.

Nicht zuletzt müsse der Bundesrat in der künftigen Agrarpolitik den Unternehmen der zweiten Verarbeitungsstufe eine Perspektive bieten, fordern Biscosuisse und Chocosuisse.