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Corona verursacht historischen Rückgang im Aussenhandel

Der schweizerische Aussenhandel 2020 stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie: So schrumpften die Exporte und die Importe in historischem Ausmass.

von pd/mos

(Symbolbild Pixabay)

Konkret schrumpften die Ausfuhren um 7,1 Prozent auf 225,1 Milliarden Franken und die Einfuhren um 11,2 Prozent auf 182,1 Milliarden Franken, wie die die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Donnerstag mitteilte. Dabei sackten im zweiten Quartal Ein- und Ausfuhren in noch nie dagewesener Weise ab. Die Entwicklung warf den Aussenhandel niveaumässig um drei Jahre zurück. Da insgesamt die Importe noch stärker sanken als die Exporte, vergrösserte sich der Überschuss in der Handelsbilanz auf einen neuen Höchststand von 43 Milliarden Franken.

Fast alle Exportsparten im Minus

Abgesehen von den chemisch-pharmazeutischen Produkten (+1,6 Prozent oder +1,8 Milliarden Franken) wiesen im Jahr 2020 sämtliche Sparten ein Minus auf. Am kräftigsten traf der Rückgang die Bijouterie und Juwelierwaren sowie die Uhren, deren Absatz um einen Drittel (-4,0 Milliarden Franken) respektive um einen Fünftel (-4,7 Milliarden Franken) einknickte. Ferner verringerten sich die Exporte von Maschinen und Elektronik sowie Metallen um je 11 Prozent. Bei Chemie-Pharma erwiesen sich laut Mitteilung die immunologischen Produkte (+2,8 Milliarden Franken) und die pharmazeutischen Wirkstoffe (+1,1 Milliarden Franken) als Wachstumspfeiler.

Rückgang in Asien, Plus in China

In allen drei bedeutenden Wirtschaftsräumen setzte die Schweizer Exportindustrie weniger Güter ab. Der Versand nach Asien sank mit -8,8 Prozent (-4,6 Milliarden Franken) verhältnismässig am stärksten. Gleichzeitig wuchsen aber jene nach China um 1,3 Milliarden (vor allem Chemie-Pharma und Uhren) auf einen neuen Höchststand von 14,7 Milliarden Franken. Die Lieferungen nach Europa (-8,1 Milliarden Franken) nahmen um 6,2 Prozent ab. Hier stachen Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Italien heraus. Der Rückgang bei Frankreich (-2,5 Milliarden Franken) fiel einmalig hoch aus und warf das Land auf das niedrigste Niveau seit 2000 zurück. Die Exporte Richtung Nordamerika schrumpften um 6,1 Prozent.

Keine Importabnahme bei Lebensmitteln

Die Importabnahme traf die gesamte Güterpalette – mit Ausnahme der Textilien (namentlich Schutzbekleidung und -masken) sowie Nahrungs-und Genussmittel. Hauptgrund für den Rückgang stellten die massiv gesunkenen Einfuhren von Bijouterie und Juwelierwaren (u. a. Goldschmuck zum Einschmelzen) dar: Hier halbierte sich die Nachfragegegenüber dem Vorjahr (-9,0 Milliarden Franken).