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Kakao: Durchbruch mit Kakaofruchtfleisch

Lindt verkauft bald dunkle Schokoladetafeln, die mit Kakaofruchtfleisch hergestellt sind. Das Startup Koa stellt dazu das Kakaofruchtpulver bereit.

von hps

Aus Kakaofruchtfleisch wird Pulver hergestellt. (Bilder: zVg)
Lindt stellt aus dem Kakaofruchtpulver erste Produkte her.
«2021 wird das Jahr der Kakaofrucht». Diesen Anspruch hat das schweizerisch-ghanaische Startup Koa. Die Verwendung des Kakaofruchtfleischs sei der Schlüssel zu nachhaltiger, gesunder und feiner Schokolade, schreibt Anian Schreiber, Mitgründer und Geschäftsführer von Koa in einer Medienmitteilung. 

Bisher habe das Fruchtfleisch, das die Kakaobohnen umhüllt, aufgrund mangelnder Infrastruktur und Technologie in Kakaoanbauländern nicht verarbeitet werden können. Bei der konventionellen Kakaoverarbeitung wurde lediglich ein kleiner Teil der weissen Pulpe für die Fermentation verwendet. Koa hat nun gemäss eigenen Angaben einen Weg gefunden, die Kakaofrucht schonend zu verarbeiten. Damit werde ghanaischen Kleinbauern eine Einkommenssteigerung von bis zu 30% ermöglicht und gleichzeitig werde die Wertschöpfung im ländlichen Ghana angekurbelt, wie Koa weiter schreibt.

Koa lanciere nun als erstes Unternehmen ein 100% natürliches und schonend getrocknetes Kakaofruchtfleisch: das «Koa Powder». Das tropisch-fruchtige Pulver eröffne neue Möglichkeiten für Schokoladenprodukte und Backwaren. Sei es, um den herkömmlichen, raffinierten Zucker zu ersetzen, um neue Aromaerlebnisse zu schaffen oder um aufzuzeigen, was nachhaltige Wertschöpfung in den Kakaoanbauländern wirklich bedeutet.

Das Schokoladeunternehmen Lindt sei der erste Schokoladeproduzent, der mit dem Kakaofruchtpulver arbeite und daraus Produkte herstelle. Zum Beispiel eine Tafel aus 82% Kakaobohnen und 18% Koa Powder, die ab März im Verkauf sind. Für das Startup Koa stelle die Zusammenarbeit mit Lindt & Sprüngli einen Meilenstein dar. Man sei besonders stolz, mit den renommierten Lindt Maîtres Chocolatiers zu kooperieren und dasselbe Ziel zu verfolgen. Bis 2030 wolle Koa mit 80 000 Kleinbauern eine Partnerschaft aufbauen und so den Kakaoanbau nachhaltig transformieren.

Kakaofruchtfleisch hält für Schokoladeproduzenten neue Möglichkeiten bereit. Koa hat nun einen Weg entwickelt, daraus ein Pulver zu machen und Lindt stellt