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Heineken will 8'000 Jobs streichen

Geschlossene Restaurants in der Corona-Pandemie setzen dem niederländischen Brauer Heineken zu. Der Vorstand zieht daher die Reissleine und will Stellen streichen.

Im Zuge eines Konzernumbaus sollen 8'000 Stellen abgebaut werden, etwa 9 Prozent der insgesamt rund 86'000 Jobs, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Heineken Schweiz soll derweil verschont bleiben.
Ziel sei es, innerhalb von drei Jahren bis 2023 zwei Milliarden Euro an Kosten zu sparen; rund 350 Millionen allein an Personalkosten. «Wir streben ein stärkeres und profitables Wachstum in einer sich schnell verändernden Welt an», erklärte Konzernchef Dolf van den Brink, der seit Juni an der Spitze von Heineken steht. «Wir konzentrieren uns verstärkt auf kontinuierliche Produktivitätsverbesserungen und erhöhen unsere Ambitionen in Bezug auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit.»
Zudem sollen die Premium-Marken wie Heineken und alkoholfreies Lager vorangetrieben werden. Auch die Digitalisierung hat sich van den Brink auf die Fahnen geschrieben, um Verbrauchern den Bier-Kauf über das Internet zu erleichtern.
Die Schweizer Tochtergesellschaft Heineken Switzerland ist indes nicht vom Jobabbau betroffen. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP erklärte Mediensprecher Antonio Govetosa, dass «Stand heute» in der Schweiz keine Stellenstreichungen geplant seien. Heineken verkauft in der Schweiz unter anderem Bier der Marken Calanda und Eichhof.
Der Mutterkonzern rutschte indes 2020 infolge der Corona-Pandemie unter dem Strich in die roten Zahlen. Nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS fiel ein Verlust von 204 Millionen Euro an. Der Umsatz ging um rund 17 Prozent auf 23,8 Milliarden Euro zurück, das operative Ergebnis brach um knapp 80 Prozent auf 778 Millionen Euro ein.
Für das laufende Jahr prognostizierte der Vorstand wegen des anhaltenden Lockdowns in vielen Ländern zur Eindämmung der Pandemie einen Umsatz und ein Betriebsergebnis unter dem Niveau von 2019. Brasilien und Mexiko, zwei der grössten Märkte von Heineken, hätten immer noch Probleme, mit der Pandemie fertig zu werden. «Nur wenn die ganze Welt bis zu einem gewissen Grad geimpft ist, können wir sagen, dass wir es wirklich geschafft haben», erklärte van den Brink.
Carlsberg, der weltweit drittgrösste Brauer, hatte sich vergangene Woche etwas optimistischer geäussert. Man vertraue darauf, dass die meisten Covid-19-Beschränkungen in den kommenden Monaten aufgehoben würden, um in der Hochsommersaison einen Gewinn zu erzielen.

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