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Lidl druckt Tierwohlrating auf Fleischverpackungen

Als erster Detailhändler der Schweiz kennzeichnet Lidl seine Fleischprodukte mit einem Tierwohlrating des Schweizer Tierschutz STS.

von pd/mos/sda

Das Tierwohl-Label verwendet eine vierstufige Farbskala. (Bild zvg)
Das Rating wird auf die Vorderseite der Fleischverpackungen gedruckt. (Bild zvg)
Mit dem vierstufigen Rating, das direkt auf den Fleischverpackungen angebracht wird, will Lidl Schweiz die Transparenz in Sachen Tierwohl maximieren, wie der Discounter in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Es gebe in der Schweiz zahlreiche Tierwohl-Programme und -Labels, da könne die Übersicht beim Einkaufen schnell verloren gehen. Deshalb bringe Lidl eine «transparente und einfach verständliche» Bewertungsskala direkt auf seinen Fleischverpackungen an.

Die neue Kennzeichnung wird ab Frühjahr 2021 auf den ersten Frischfleischprodukten und in allen 150 Filialen landesweit verfügbar sein. Die Kennzeichnung wurde zusammen mit dem Schweizer Tierschutz STS entwickelt.

Erstes Ranking direkt auf Verpackung
Zwar bewertet der Schweizer Tierschutz bereits Produkte wie Rindfleisch, Kalbfleisch, Schweinefleisch, Pouletfleisch, Eier und Milch verschiedener Grossanbieter – darunter Aldi, Coop, Denner, Migros und Volg -, das Ergebnis ist aber nur über Internet zugänglich (www.essenmitherz.ch). 

Für den Tierschutz sei es sehr schwierig, die Kunden zu erreichen, die vor dem Regal stehen und vor einer Kaufentscheidung, sagte Cesare Sciarra vom Kompetenzzentrum Nutztiere beim STS gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Das Rating auf der Verpackung sei dabei ein grosser Schritt. Lidl werde möglicherweise die Konkurrenz unter Zugzwang setzen.

4-Stufen-Modell
Die Produkte werden auf einer Skala von A bis D bewertet, wobei «A» die bestmögliche Bewertung in Bezug auf das Tierwohl darstellt. Die Bewertung erfolgt laut Mitteilung ausschliesslich und unabhängig durch den Schweizer Tierschutz STS – Lidl Schweiz hat keinen Einfluss auf die Bewertung der Produkte.

In die Bewertung fliessen unter anderem die folgenden Faktoren ein:
– Wird die gesamte Lieferkette unabhängig kontrolliert?
- Wie geht es dabei den Tieren (Gesundheit, Zuchtbedingungen)?
- Welche Lebensbedingungen gelten für die Tiere (Ausleben eines arttypischen Verhaltens, Flächenverfügbarkeit, Auslauf oder Weidegang, Licht, Temperatur und Lärmqualität)
- Wie und warum werden Medikamente / Antibiotika eingesetzt?
- Wie werden die Tiere transportiert und geschlachtet?
- Werden die Produzenten kostendeckend abgegolten?