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Bundesrat verabschiedet Bericht zu Umsetzung des Weltagrarberichts

Die Schweiz hat aus Sicht des Bundesrats Massnahmen in der Land- und Ernährungswirtschaft zur Verbesserung der Nachhaltigkeit erfolgreich umgesetzt. Allerdings bestehe weiterer Handlungsbedarf, um die Ernährungssysteme in der Schweiz und weltweit nachhaltiger zu gestalten.

von sda

Die Schweiz habe sich in den vergangenen zehn Jahren in internationalen Handlungsfeldern engagiert, die für die Förderung der nachhaltigen Ernährungssysteme weltweit zentral seien, schreibt der Bundesrat in einem am Mittwoch verabschiedeten Bericht. Dieser analysierte die Schweizer Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Uno-Agenda 2030.
Zum Engagement der Schweiz zähle etwa die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in Handelsabkommen, wie sie beim zur Abstimmung stehenden Handelsabkommen mit Indonesien vorgesehen sind.
Zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der Ernährungssysteme leiste zudem die Schweizer Forschung einen wesentlichen Beitrag. Dabei würden künftig neben der klassischen Agrarforschung auch andere Disziplinen wie etwa die Erforschung des Konsumverhaltens wichtig werden.
Die Mitverantwortung der Landwirtschaft zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen bleibe ein wichtiges Thema in der Schweiz und international, schreibt der Bundesrat im Bericht.
Mehr Schutz von Kulturland nötig
Hinsichtlich inländischer Themen schreibt der Bundesrat etwa, dass das Kulturland nach wie vor unter Druck stehe. Zwar bestünden verschiedene raumplanerische und agrarpolitische Instrumente zu dessen Schutz zur Verfügung, es bedürfe aber weiterer Massnahmen.
Auch bei der landwirtschaftlichen Wassernutzung seien verschiedene Massnahmen getroffen worden, um die veränderte Wasserverfügbarkeit infolge des Klimawandels anzugehen. Auch hier seien aber weitere Massnahmen nötig, weil sowohl langanhaltende Trockenperioden als auch höhere Niederschlagsintensitäten in der Schweiz in Zukunft noch häufiger auftreten dürften.
Ernährung mit Folgen fürs Klima
Der Bund verweist in seinem Bericht zudem darauf, dass die Ernährung ein stark umweltrelevanter Konsumbereich sei. Sie trage einen wesentlichen Teil zur Klimaerwärmung, zum Verlust von Biodiversität und zu anderen Umweltproblemen bei.
Es bestehe daher Handlungsbedarf, um die Nachhaltigkeit der Ernährung zu fördern. Würden etwa die Ernährungsempfehlungen gemäss Lebensmittelpyramide in Zukunft besser von der Bevölkerung befolgt, würde dies einen Beitrag zur Reduktion des Treibhausgas-Fussabdrucks der Ernährung sowie weiterer negativer Umweltwirkungen leisten.
Auch die Verminderung der Lebensmittelabfälle trage einen substanziellen Beitrag zum Schutz des Klimas bei. Der Bundesrat will voraussichtlich im Herbst 2021 einen Aktionsplatz gegen Lebensmittelverschwendung verabschieden.
Die Land-und Ernährungswirtschaft alleine könne aber nicht alle negativen Umweltwirkungen reduzieren, schreibt der Bundesrat im Bericht. Dieser geht auf ein Postulat der Grünen Ständerätin Maya Graf (BL) zurück.