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So beeinflusst die Pandemie die Märkte

Rekordumsätze mit Lebensmitteln im Detailhandel, ein florierender Online-Handel und deutliche Einbrüche in der Gastronomie: Das Corona-Jahr 2020 hat Spuren im Agrar- und Lebensmittelmarkt hinterlassen.

von lid

(Bild: lid)
Die seit einem Jahr andauernde Pandemie hat die Agrarmärkte massiv beeinflusst. Geschlossene Gastronomie, mehr Einkäufe im Detailhandel und Online-Einkäufe haben das Einkaufsverhalten verändert. Das zeigt ein Sonderbericht des Fachbereichs Marktanalyse des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW).
Die Markturbulenzen wirkten sich auf die Agrarprodukte unterschiedlich aus. Im Fleischbereich kam es im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 zu deutlichen Preis-Rückgängen beim Rind- und Kalbfleisch. Die Märkte erholten sich zwar darauf, aber die erneute Schliessung der Gastronomie sorgte für Preisdruck vor allem bei Kalbfleisch, dessen Absatz stark von der Gastronomie beeinflusst wird. Über das ganze Jahr stiegen aber die Verkäufe im Detailhandel bei allen bedeutenden Tiergattungen an.
Rekordnachfrage bei den Eiern
Auch Eier waren im Detailhandel äusserst gefragt, die Schaleneier erlebten eine Rekordnachfrage. Neben dem Verkauf von Schweizer Eiern wurden auch 20 Prozent mehr Eier importiert. Gleichzeitig sanken die Importe von Eiprodukten und Verarbeitungseiern laut BLW deutlich. Auch hier ist die ausbleibende Gastronomie Grund dafür.
Die Verkäufe von Milchprodukten im Detailhandel stiegen um rund 10 Prozent. Ein Mangel war bei Butter zu verzeichnen, gemäss Marktbericht waren die tiefen Lagerbestände aber unabhängig von der Pandemie zustande gekommen.
Grenzen zu: Weniger Einkaufstourismus
Der Einkaufstourismus sank im Lebensmittelbereich über das ganze Jahr betrachtet um 42 Prozent. Auch als nach dem ersten Lockdown die Einkäufe ennet der Grenze wieder einfach möglich waren, erreichte er nie das Niveau des Vorjahres. Bereits vor dem Lockdown habe sich die Nachfrage nach Lebensmitteln beim Einkaufstourismus stabilisiert, so das BLW. Bei einzelnen Produktgruppen kam es seit 2018 trotz starkem Franken zu einem deutlichen Rückgang. Die Prognosen für 2021 hängen mit der Wechselkursentwicklung und dem Pandemieverlauf zusammen – sind also noch nicht absehbar.
Gesundheit im Fokus
Die Umsätze mit Früchten lagen 2020 um 8,6 Prozent über dem Vorjahr, vor allem Bio-Ware sorgte für hohe Umsätze. Laut Marktbericht setzten die Konsumentinnen und Konsumenten auch stark auf Früchte und Gemüse, die für eine gute Gesundheitswirkung bekannt seien. So stiegen zum Beispiel die Ingwerverkäufe an.
Klare Richtungen zeigte der Kartoffelmarkt: Die Speisekartoffeln waren sehr gefragt, während etwas Pommes-Frites-Kartoffeln wegen der fehlenden Gastronomie Absatzprobleme hatten (lesen Sie dazu den LID-Artikel «Corona wirbelt Kartoffelmarkt durcheinander»). Sehr gut liefen konservierte Kartoffel-Produkte wie Fertigrösti, dies vor allem im ersten und im vierten Quartal des Jahres.
Online: Fleisch legt deutlich zu
Auch der Online-Handel legte 2020 zu. Über alle Kategorien um 18,8 Prozent. Das grösste relative Umsatzplus erzielten Fisch mit 38,2 Prozent sowie Fleisch mit 27,9 Prozent. 
Back-Boom
Während des ersten Lockdowns vor einem Jahr verkaufte der Detailhandel 40 Prozent mehr Brot und Backwaren. Übers ganze Jahr gesehen stieg die Nachfrage um gut 6 Prozent.Die Leute scheinen in der Pandemie das Backen zu entdecken, denn der Absatz von Mehl stieg übers ganze Jahr um fast 40 Prozent, beim Bio-Mehl gar um fast 60 Prozent. Auch der Absatz von Zucker legte mit 14,4 Prozent deutlich zu. Auch hier stieg der Absatz von Biozucker mit einem Plus von 22,8 Prozent deutlicher an.