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Käserei Imlig darf Milch importieren

Das Gesuch um Veredelungsverkehr für drei Millionen Kilogramm Milch der Käserei Imlig wurde von der Zollverwaltung bewilligt.

von wy

Die Eidgenössische Zollverwaltung hat das Gesuch um Veredelungsverkehr für drei Millionen Kilogramm Milch der Ostschweizer Käserei Imlig gutgeheissen. Die Milch soll aus Deutschland importiert, in der Käserei in Oberriet SG verarbeitet und als Halbhartkäse für deutsche Discounter wieder exportiert werden.
Die Milchproduzenten sind enttäuscht. Es sei ein Entscheid «mit einer schlechten Signalwirkung für die Milchproduzenten», sagte Stephan Hagenbuch, der Direktor der Schweizer Milchproduzenten SMP gegenüber der «Bauernzeitung». Der Präzedenzfall könnte zu einem Abbau beim Grenzschutz führen.
Dies befürchtet auch Markus Berner, der Geschäftsführer der Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost. Er gehe davon aus, dass bald andere Käsereien dem Beispiel folgen würden, sagte er im «St. Galler Tagblatt». Der Import von preisgünstiger Milch übe einen massiven Druck  auf den hiesigen Milchpreis aus. 
Für die Käser sei es wichtig, dass solche Gesuche unabhängig von Schweizer Käseproduktion mit Schweizerkreuz und Verkäsungszulage erfolge, sagte Fromarte-Direktor Jacques Gygax der «Bauernzeitung». Das sei in diesem Fall wohl gewährleistet. Die Preisschere zwischen den Milchpreisen in der Schweiz und in der EU sei derzeit weit geöffnet.
Die Milchproduzenten hingegen wollen politisch Druck machen. Marcel Dettling, Schwyzer SVP-Nationalrat und Landwirt, kündigte an, in der laufenden Session eine Motion einzureichen, die eine Änderung des Zollgesetzes verlangt: Milch dürfe grundsätzlich nicht für den Veredelungsverkehr importiert werden.