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Grosses Ausbaupotential beim Anbau von Urdinkel

2020 mangelte es an Schweizer Urdinkel: Schuld waren aber nicht etwa Missernten, sondern eine deutlich gesteigerte Nachfrage und ein sich explosiv entwickelnder Absatz. Bis 2022 will die Interessengemeinschaft Dinkel den Flächenzuwachs darum verdreifachen.

von lid

Urdinkel kurz vor der Ernte.
Auch bei der IG Dinkel sei das Geschäftsjahr 2020 stark durch die Coronaviruspandemie beeinflusst worden, schreibt der Verein anlässlich der schriftlich durchgeführten Generalversammlung. Nicht aber im negativen, sondern im positiven Sinn: So sei es das erste Mal seit der Einführung des Pflichtenhefts für Urdinkel im Jahr 1996, dass nicht Missernten für den aktuellen Mangel an Urdinkel verantwortlich seien. Stattdessen haben laut IG die Verkäufe im Detailhandel und bei Direktvermarktern deutlich zugenommen und der Absatz von Urdinkel sei buchstäblich durch die Decke gegangen.
Obwohl letztes Jahr die Anbaufläche von Urdinkel bereits um rund 8 Prozent gesteigert und darauf eine gute Ernte erzielt werden konnte, seien Lieferlücken aber auch in diesem Jahr auf allen Labelstufen und in fast allen Absatzkanälen nicht zu vermeiden. Die IG Dinkel hat deshalb Notmassnahmen beschlossen: Unter anderem wird der Dinkelpreis auf die diesjährige Ernte hin um CHF 2.00 Franken angehoben und für die Ernte 2022 soll der Preis dann erneut um mindestens CHF 5.00 steigen, was eine Mehlpreissteigerung von CHF 10.00 pro 100 Kilogramm zur Folge haben wird. Des Weiteren soll das angestammte Urdinkel-Anbaugebiet um 10 Kilometer auf 40 Kilometer rund um die Röllsammelstellen erweitert werden. So soll der Flächenzuwachs bis 2022 verdreifacht und der Urdinkelmarkt ausgeglichen werden.