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Nestlé hat seine Nachhaltigkeitsziele für 2020 nicht komplett erreicht

Der weltgrösste Nahrungskonzern Nestlé hat mit seinem Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2020 viele seiner öffentlichen Verpflichtungen abgeschlossen. Die meisten der Ziele, die sich das Unternehmen gesetzt hatte, konnte es erreichen. Es gibt aber auch noch offene Baustellen.

von awp

(Bild Nestlé/zvg)
Der am Dienstag veröffentlichte Bericht listet die Verpflichtungen auf, die sich Nestlé im Nachhaltigkeitsbereich auferlegt hat und die sich an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) orientieren. Von den 36 aufgeführten Zielen hat das Unternehmen gemäss den Angaben 28 erreicht.
Zu den wichtigsten Errungenschaften gehört gemäss dem Bericht etwa, dass Nestlé seine Treibhausgasemissionen seit 2016 um 36,7 Prozent reduziert hat. Auch seien bis im Dezember schon 90 Prozent der für den Wald schädlichen Rohstoffe – wie Palmöl, Papier, Soja, Fleisch oder Zucker – als «abholzungsfrei» eingestuft worden.
Nachholbedarf bei Zuckerreduktion
Bei anderen Zielen gibt es allerdings noch Nachholbedarf, so etwa beim Punkt «Bewertung und Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Menschenrechte bei allen Geschäftsaktivitäten» oder bei der Reduktion von Zucker, Natrium und gesättigten Fettsäuren.
Bei Nestlé sei man stolz auf das bisher erreichte, wird der Chef der Öffentlichkeitsarbeit von Nestlé, Rob Cameron, in der Mitteilung zitiert. «Aber jetzt ist es an der Zeit, unsere Anstrengungen zu beschleunigen.» Mit dem Abschluss der Ziele für das vergangene Jahr sind die Anstrengungen von Nestlé im Nachhaltigkeitsbereich denn auch noch nicht vorbei.
Das Unternehmen hatte bereits 2019 angekündigt, den Treibhausgasausstoss bis 2030 zu halbieren und bis 2050 netto-null zu erreichen. Und zwar nicht nur bei der Produktion und Auslieferung, sondern bereits bei den Betrieben, die die landwirtschaftlichen Zutaten herstellen, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber AWP betonte. Auch sollen etwa sämtliche Verpackungen bis 2025 wiederverwendbar oder rezyklierbar sein.
Aktionäre wollen Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeitsziele sind auch bei den Aktionären ein wichtiges Thema. Mitte Monat gab Nestlé an, seinen Aktionären als erstes börsenkotiertes Schweizer Unternehmen an der Generalversammlung die Nachhaltigkeitspläne vorzulegen und sie darüber abstimmen zu lassen. Aktionärsgruppen zeigten sich über diese Pläne erfreut.
Über die nächsten fünf Jahre will der Nahrungsmittelriese gemäss den Plänen rund 3,2 Milliarden Franken in die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens investieren.