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Darum sind die Käseregale in den Niederlanden derzeit leer

Eine Attacke mit Ransomware auf ein Transportunternehmen führte in den Niederlanden zu einer Käse-Verknappung. Lokale Medien schreiben schon von einem «Kaas-Hack».

von pd/hps

Logistik in Holland. (Bild: zVg)
Es hat weder Gouda noch Edamer: Die Käseregale in Supermärkten in den Niederlanden sind leergeräumt. Schuld daran ist ein Cyberangriff. Es sind harte Zeiten für niederländische Käsefans, schreibt 20 minuten online dazu. Anstatt Beemster und Boerenkaas würden sich in so machen Supermärkten nur leere Regale finden. Der Grund für die Käseknappheit in den Niederlanden ist ein Angriff auf das Lager- und Transportunternehmen Bakker Logistiek.
Mit einer Flotte von über 600 LKW zählt Bakker Logistiek zu den grössten Lager und Logistikdienstleistern in den Benelux-Staaten. Letzte Woche wurde das Unternehmen mit sogenannter Ransomware angegriffen. Dabei hat die Schadsoftware Computer im Netzwerk der Firma verschlüsselt und so den Transport der Lebensmittel und Abwicklungsprozesse gestört. Der Angriff – lokale Medien nennen es «Kaas-Hack» – fand in der Nacht auf den 5. April statt.
«Eingeschränkte Verfügbarkeit»
«Wir konnten keine Kundenaufträge mehr entgegennehmen», erklärt Toon Verhoeven, CEO von Bakker Logistiek gegenüber der niederländischen Rundfunkanstalt NOS. «Ohne unser System wussten wir nicht mehr, wo sich die Produkte im Lager befinden», erklärt der CEO. «Sie müssen wissen: Das sind gigantische Lager, da kann man nicht einfach hingehen und eine bestimmte Palette finden», sagt Verhoeven.
Dies führte zu einer Verknappung von Lebensmitteln bei der grössten niederländischen Supermarktkette «Albert Heijn», vor allem von Käse, wie NOS schreibt. «Aufgrund einer technischen Störung gibt es derzeit eine eingeschränkte Verfügbarkeit beim abgepackten Käse», heisst es auf der Website von «Albert Heijn».
Käseregale kommen zurück
Der CEO von Bakker Logistiek glaubt, dass sich die Hacker über einen schlecht geschützten Exchange-Server Zugriff auf das Netzwerk verschafft haben. Die entsprechende Lücke ist seit März bekannt. Hacker nutzen sie seither aktiv aus. Hunderttausende Systeme weltweit sind gefährdet. Ein Update, das die Lücke schliesst, ist jedoch seit Wochen verfügbar.
Ob Bakker Logistiek ein Lösegeld an die Cyberkriminellen bezahlt hat, will Toon Verhoeven nicht sagen. Er beruft sich derweil auf die laufenden Ermittlungen. Man habe Anzeige erstattet und arbeite daran, die Systeme wieder zum Laufen zu bringen. Heisst: Die Käsefans können aufatmen. Verhoeven verspricht, dass die Käseregale innerhalb der nächsten Tagen wieder voll sein werden.