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Bio Suisse sagt Nein zur Trinkwasserinitiative

Nach einer engagierten Diskussion beschloss die Delegiertenversammlung des Bio-Dachverbands die Nein-Parole zur Trinkwasserinitiative.

von pd/hps

Bio-Bäuerinnen und -Bauern sind sowohl für als auch gegen die Trinkwasserinitiative aktiv. Die Delegierten seien sich jedoch einig, bezüglich der Problemanalyse gewesen, schreibt Bio Suisse in einer Mitteilung. Die intensive Landwirtschaft mit ihrem hohen Einsatz an Pestiziden, Kunstdüngern und importierten Futtermitteln sei nicht nachhaltig. Die neuen Forschungsergebnisse würden keinen Zweifel an den negativen Effekten, zum Beispiel auf Gesundheit, Biodiversität, Wasserqualität oder Klima lassen.
Bio Suisse hatte darum für einen Gegenvorschlag plädiert, der den Umstieg auf den Biolandbau erleichtert, was vom Parlament abgelehnt wurde. Verschiedene Votant*innen an der DV hätten darum die Trinkwasserinitiative als Ausweg aus der Sackgasse angesehen und warben – auch mit Blick auf die besorgten Bio-Konsument*innen – für ein Ja.
 
Die Probleme seien unbestritten, sagte Bio Suisse-Präsident Urs Brändli. Mit den vorgeschlagenen Massnahmen würden die Probleme jedoch allein auf dem Buckel der Bäuerinnen und Bauern gelöst werden, sagte er laut Mitteilung den Delegierten. Das sei aus Sicht der Bio-Bäuerinnen und -Bauern nicht die richtige Lösung. 
Mehrere Delegierte schlossen sich der Kritik an und bemängelten, dass die Initiative bei allen guten Absichten auf die Produktion fokussiere, ohne gleichzeitig auch den Import und den Konsum einzubeziehen. Zudem würden viele Betriebe auf Direktzahlungen verzichten, und es würden mehr Lebensmittel importiert. Unter dem Strich führe dies zu weniger statt mehr Ökologie und Tierwohl.
Bereits im letzten November hatte die Delegiertenversammlung (DV) mit grossem Mehr die Ja-Parole zur Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» beschlossen. Sie bezieht auch die Importe und die Konsument*innen mit ein. Sie ist für Bio Suisse ein wichtiger erster Schritt in Richtung Bioland Schweiz, denn der Wandel zu einem nachhaltigeren Ernährungssystem Schweiz ist nur als Gemeinschaft zu schaffen.