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Sbrinz konnte Absatz halten

Sbrinz Käse konnte letztes Jahr seine Verkäufe gegenüber dem Jahr zuvor leicht steigern. Die Sorte passte ihre Marketingaktivitäten kurzfristig an die Corona-Situation an.

von hps/pd

«Das Gold der Alpen». Sbrinz lag mit der Kampagne richtig. (Bild: zVg youtube)
Letztes Jahr wurde gesamthaft 1363 Tonnen Sbrinz Käse verkauft, was zwar mit 0,22% marginal mehr als im Jahr zuvor war, angesichts der aussergewöhnlichen Situation aber dennoch ein gutes Resultat darstellt. Sbrinz hat sein Marketing stark auf Verkaufsförderungsaktivitäten ausgerichtet. Im letzten Jahr waren diese jedoch nicht mehr möglich. Im ersten Quartal 2020 verlief der Absatz gut, wie Stefan Heller, Geschäftsführer der Sbrinz Käse GmbH, in einer Mitteilung betont. Es habe gar eine längst fällige Richtpreiserhöhung umgesetzt werden können. Doch aufgrund der Covid-19-Massnahmen, mussten langfristig geplante Marketing-Aktivitäten von heute auf morgen geändert werden. Von geplanten 750 Degustations- und Messetagen hätten gerade noch 150 umgesetzt werden können, wie Sbrinz schreibt.
Neue Wege zu den Kunden
So habe Sbrinz neue Wege zu den Kunden finden müssen. Zum Beispiel mit der Kampagne «Gold der Alpen», wo Sbrinz auf Gäste setzte, die statt Ferien im Ausland zu machen sich in Richtung Berge bewegte. Diese Kampagne sei innert kürzester Frist lanciert worden und habe diesem Trend entsprochen. Sbrinz hat die Kampagne auf verschiedenen Social-Media-Kanälen, mit grossen Plakaten und als Inserate umgesetzt. So sei Sbrinz AOP omnipräsent gewesen, wird Stefan Heller zitiert. Da der Einkaufstourismus wegen der geschlossenen Grenzen im Frühjahr 2020 zusammenbrach, habe es ein Umdenken gegeben und regionale Produkte seien wieder vermehrt im Fokus gestanden. So hätten die rückläufigen Absätze im Horeca-Segment mit Apéro-Formen – Hobelrollen und -Möckli -, durch den verstärkten Privatkonsum, mit den Darreichungsformen Portionen und Reibkäse kompensiert werden können.
Sinkender Export und Tradition
Der Export von Sbrinz Käse sinkt hingegen seit Jahren, so auch letztes Jahr. 2020 sanken die Verkäufe im Ausland um 4,9% auf 116 Tonnen.
Auch im 2021 wolle Sbrinz seine Werte, Herkunft – Tradition – Handwerk und Zeit – sichtbar machen. Dazu hat sich die Sorte als Ziele gesetzt, das Qualitätslevel beizubehalten, die Marktpositionierung und Bekanntheit auszubauen und den Absatz zu halten. Ein breites Publikum soll mit dem Thema «Kochen» angesprochen werden. Sbrinz ziele damit auf eine bodenständige, einfache und regionale Küche ab, unter anderem in Zusammenarbeit mit den Swiss-Tavolata-Landfrauen.
Unveränderte Produktionsmenge
Für das Produktionsjahr 2021 hat die Geschäftsleitung analog Vorjahr eine Produktionsmenge von 1630 Tonnen freigegeben (inklusive 120 Tonnen Industrie). Die Zuteilung an die Käsereien erfolgte per Anfang Dezember 2020. Der Lagerbestand lag per Ende 2020 bei 2454 Tonnen. Dieser Wert ist erfreulich und soll im ähnlichen Rahmen auch per Ende 2021 angestrebt werden. 
Pirmin Dörig neu im Vorstand
Aus der Gruppierung Sbrinz-Produzenten hat der im 2016 gewählte Ruedi Windlin-Reinbold, St. Niklausen, demissioniert. Als Nachfolger wurde Pirmin Dörig, Käserei Bürg GmbH, Buochs, in die Geschäftsleitung gewählt. Das Amt des Vizepräsidenten hat turnusgemäss ein Vertreter des Handels, namentlich Robert Emmenegger von Emmi Schweiz AG übernommen.