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20 Jahre AOP für den Tête de Moine

Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums der Eintragung als geschützte Ursprungsbezeichnung AOP für den Tête de Moine wurde in Bellelay ein Buch zum Traditionskäse vorgestellt.

von pd

Vor 20 Jahren erhielt der Tête de Moine den Eintrag als geschützte Ursprungsbezeichnung AOP. Zum Jubiläum publiziert die Interprofession ein Buch. 
Die Interprofession Tête de Moine sei bereits 1997 mit dem Ziel gegründet worden, für den Käse die AOP-Zertifizierung zu erhalten, sagte Jacques Gygax, Präsident der Interprofession, am einer Medienkonferenz vom Dienstag, 27. April in Bellelay. Das Pflichtenheft trat am 8. Mai 2001 in Kraft. Darin sind klare Anforderungen an die Produktion, den Respekt der Tradition und eine gute Wertschöpfung definiert, es stellt angemessene Verkaufspreise auf allen Wertschöpfungsstufen und den Schutz des Produktes sicher. Das Pflichtenheft wurde weiterentwickelt in Bezug auf die Milchviehfütterung, allgemeine Herstellungsbedingungen, Taxation, Kennzeichnung und weitere Punkte. Dadurch konnte sich der Tête de Moine gemäss Gygax noch besser auf dem Markt positionieren. 
Der scheidende Geschäftsführer Olivier Isler zog ebenfalls eine positive Bilanz über die 20 Jahre. Man habe dank einer klaren Strategie unter Beibehaltung einer hohen Wertschöpfung Marktanteile gewinnen können. Der Absatz hat sich in 20 Jahren fast verdoppelt, auf rund 2700 Tonnen pro Jahr, der Export wurde fast verdreifacht auf über 1700 Tonnen pro Jahr. Der Umsatz der gesamten Wertschöpfungskette beträgt heute fast 90 Millionen Franken, davon wird fast die Hälfte im geografischen Gebiet selber erwirtschaftet. Rund 400 Personen werden beschäftigt. 
Man habe den verschiedenen Herausforderungen der letzten 20 Jahre sehr gut standgehalten, sagte Isler weiter: Die Liberalisierung des Milchmarktes 1999, die zu sinkenden Direktzahlungen führte, die Wirtschaftskrise 2001 nach dem 11. September, die Finanzkrise ab 2008, die Aufhebung des Mindestkurses 2015 und die Covid-19-Pandemie im 2020. Besonders umsatztreibend sei gewesen, dass der Tête de Moine in den Verkaufsstellen nicht nur geschnitten, sondern auch als vor Ort gedrehte oder vorverpackte Rosetten verkauft werde. Schliesslich hätten auch Anlässe wie die Olympiade der Bergkäse 2009 oder das seit 2016 jährlich stattfindend Festes des Tête de Moine in Bellelay zum Erfolg beigetragen. 
In Bellelay stellten Sébastien Voisard und Rémy Chételat von Éditions D+P SA in Delémont das neue Buch «Das Universum des Tête de Moine» vorgestellt. Es erzählt die Geschichte des Tête de Moine von seinen Ursprüngen in Bellelay an bis zur Eroberung des Weltkäsemarktes. Das elegant gestaltete Referenzwerk zeichnet ein umfassendes Porträt des Käses, aber auch der Menschen, die leidenschaftlich zu seinem Erfolg beitragen, vom Milchviehbetrieb bis zum Sternerestaurant und den Käsereien. Die von Pierre Montavon realisierten Fotografien werden ab dem 1. Mai im Maison de la Tête de Moine ausgestellt. 
Olivier Isler tritt als Geschäftsführer der Interprofession zurück. Sein Nachfolger ab 1. Juni ist Martin Siegenthaler, heute Einkaufsleiter Käse bei Coop.