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Klöckner will Kennzeichnung von verarbeiteten Eiern

Die deutsche Agrar- und Verbraucherministerin Julia Klöckner fordert, dass künftig nicht nur bei rohen Eiern, sondern auch bei verarbeiteten Produkten Informationen über die Haltung der Legehennen geliefert werden müssen.

von lz

Bundesagrarministerin Julia Klöckner die EU-Kennzeichnungspflicht zur Haltungsform für unverarbeitete Eier auf verarbeitete Eier in Teigwaren, Backwaren oder Mayonnaise ausdehnen.  Bei rohen Eiern würden die Konsumenten über die Haltung der Legehennen bereits informiert, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. «Das ermöglicht eine bewusste und gut informierte Entscheidung beim Einkauf im Sinne des Tierwohls.» Bei verarbeiteten Produkten gehe diese Information aber verloren. 
Die Kennzeichnung sei den Verbrauchern bekannt und viele achteten sehr bewusst darauf, sagte Klöckner. Bei rohen Eiern muss schon seit Jahren ein Zahlencode aufgedruckt werden. Dabei steht 0 für Bio-Eier, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung. Eine Ausweitung der Kennzeichnung auf verarbeitete Produkte soll auch Thema bei Beratungen der EU-Agrarminister sein. Klöckner hatte sich grundsätzlich auch schon vor einiger Zeit dafür ausgesprochen.
Tier- und Verbraucherschützer fordern die Kennzeichnung verarbeiteter Eier seit längerem und setzen auf einen Effekt zu tierfreundlicheren Haltungsformen. Einst übliche «Käfig-Batterien» sind EU-weit bereits seit Jahren verboten, in Deutschland leben die meisten Legehennen in Ställen in Bodenhaltung sowie in Freilandhaltung mit Auslauf. Beim Einkauf der privaten Haushalte liegen laut Ministerium Eier aus Bodenhaltung mit rund 61 Prozent vorn, gefolgt von Freilandhaltung mit etwa 24 Prozent, Bio-Eiern mit 9 Prozent und der Haltung in ausgestalteten “Kleingruppen-Käfigen” mit 2 Prozent.
In der Hennenhaltung in Deutschland will Klöckner zudem massenhaftes Kükentöten ab Anfang 2022 verbieten. Stattdessen sollen Verfahren auf breiter Front einsetzbar sein, die das Geschlecht im Ei erkennen und männliche Küken gar nicht erst schlüpfen lassen. Ab Anfang 2024 sollen laut den Gesetzesplänen dafür nur noch Methoden erlaubt sein, die zu einem früheren Zeitpunkt beim Brüten funktionieren. Das soll Schmerzen für das Kükenembryo vermeiden. Jährlich werden mehr als 40 Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen routinemässig getötet, weil sie keine Eier legen und nicht so viel Fleisch ansetzen.