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Müller sagen Nein zu Agrarinitiativen

Der Verband der Schweizer Müller lehnt die beiden Agrar-Initiativen als zu extrem und teils kontraproduktiv ab.

von pd

Der Dachverband Schweizerischer Müller (DSM) lehnt die Trinkwasser-Initiative und die Pestilzidverbots-Initiative ab. Man anerkenne zwar die Anliegen der Initianten bezüglich Trinkwasserqualität und Reduktion des Pestizideinsatzes, schreibt der DSM in einer Mitteilung. In der Wertschöpfungskette Getreide werde aber bereits heute viel zur Reduktion von Pestiziden unternommen, diese Anstrengungen müssten und würden weitergehen. Die beiden Initiativen aber würden die regionale, einheimische Produktion und damit verbundene Arbeitsplätze. Lebensmittel würden verteuert und die Produktauswahl für die Konsumenten eingeschränkt. Das führe letztlich zu mehr Importen.
Was die Reduktion des Pestizideinsatzes angehe, habe die Getreideverarbeitung auf freiwilliger Basis schon vieles erreicht, heisst es weiter. Die Brotgetreidebranche sei auf das Thema sensibilisiert, weil sie durch blosses Mahlen des ansonsten unverarbeiteten Getreidekorns ein qualitativ hochstehendes Produkt herstelle. Schon heute seien grosse Teile der Getreideproduktion auf pestizidfreien Anbau umgestellt. 
Dies sei zwar nicht bei allen Kulturen in diesem Ausmass möglich, aber die Menge der insgesamt eingesetzten Herbizide und Fungizide sei von 2009 bis 2018 um mehr als ein Viertel zurückgegangen, was eine grosse Leistung sei.
Eine Annahme der Trinkwasser-Initiative hätte gemäss DSM auch Folgen für die Mühlen-Unternehmen. Die Vorschrift, dass nur verfüttert werden darf, was auf dem eigenen Betrieb wächst, würde bedeuten, dass rund 385’000 Tonnen Nebenprodukte aus der der Nahrungsmittelproduktion, davon 145’000 Tonnen Mühlennebenprodukte, nicht mehr verfüttert werden könnten. So würden ökologisch sinnvolle Kreisläufe aufgebrochen und die Wettbewerbsfähigkeit der Mühlenbranche im Vergleich zum Ausland geschwächt.