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Massentierhaltung: «Zahnloser Gegenentwurf»

Die Initianten der Massentierhaltungs-Initiative halten den gestern vorgestellten direkten Gegenentwurf des Bundesrates für ungenügend.

von lid

Initianten und Bundesrat sind sich nicht einig, ob nach aktuellen Gesetz Massentierhaltung möglich ist. (Bild lid/ji)
Der Bundesrat klammere mehrere zentrale Forderungen der Initiative aus, heisst es in einer Medienmitteilung des Vereins «Ja zur Initiative gegen Massentierhaltung». Die Initianten begrüssen zwar, dass der Bundesrat den Schutz und das Wohlergehen der Tiere in die Verfassung aufnehmen will. Die Behauptung, die Tierschutzgesetzgebung würde Massentierhaltung bereits verbiete, sei jedoch unverständlich. Es sei deshalb unverzichtbar, die Gruppengrössen zu reduzieren. Besonders besorgniserregend sei, dass Mastgeflügel von der RAUS-Regelung ausgenommen werden sollen, heisst es weiter. 
Der Verein kritisiert ausserdem, dass im Gegenvorschlag keine Importvorschriften vorkommen. Bei einer Umsetzung müssten Bäuerinnen und Bauern weiter mit ausländischen Produkten konkurrieren, während ihre eigenen Produktionskosten einseitig erhöht würden, heisst es. Die Ansicht des Bundesrates, auf die Regulierung durch den freien Markt zu vertrauen, sei deshalb nicht vertretbar.