Datum: Branche:

Aldi will mehrjährige Milchverträge

Statt halbjährlich über die Konditionen beim Trinkmilcheinkauf zu feilschen, will Aldi in Deutschland Dreijahresverträge mit automatischen Anpassungen einführen.

von mos

Milch: ein praktisch margenloses Geschäft, bei dem halbjährlich um jeden Cent gefeilscht wird. (Symbolbild Pixabay)
Aldi Nord und Süd wollen bis Ende September die auslaufenden Halbjahresverträge für Trinkmilch auf Mehrjahresverträge umstellen, wie lebensmittelzeitung.net berichtet. Vorbild seien Vereinbarungen, wie sie in Grossbritannien, den Niederlanden und in Australien für Milch und Fleisch üblich seien. Verhandelt werden die Milchverträge für Aldi Nord und Süd von der internationalen Einkaufszentrale Aldi Global Sourcing. Laut dem Bericht laufen Verhandlungen mit grossen Milchlieferanten noch, erste Verträge seien aber bereits abgeschlossen worden.
Die Verträge sehen vor, die Einkaufspreise automatisch an die variablen Kosten anzupassen. Dadurch würden die «nervenaufreibenden Verhandlungen über ein margenloses Produkt zweimal im Jahr» durch regelbasierte Anpassungen ersetzt, so die Lebensmittelzeitung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Lieferanten ihre Kosten offenlegen – was einige offenbar noch zurückschrecken lässt.
Die Bauern versprechen sich von längeren Laufzeiten stabilere Milchgelder. Einkäufer sehen Mehrjahresverträge skeptisch, wie die Lebensmittelzeitung herausgefunden hat. Mehrjahresverträge, so ihre Befürchtung, verringerten den Wettbewerb, weil Händler nicht mehr einfach andere Lieferanten und Produkte aufschalten könnten.