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Deutschland: Detailhandel hat stärker profitiert als Verarbeiter

Vom Mehrumsatz im deutschen Detailhandel während dem Coronajahr profitierten die Händler mehr als die Hersteller.

von wy/lz

Deutsche Lebensmittelhersteller konnten während der Corona-Pandemie ihre Umsätze kaum steigern. Der Detailhandel dagegen konnte wachsen. Zu diesem Schluss kommt das Branchenportal LZ-net. Klare Profiteure seien etwa Edeka und Rewe. Edeka wuchs um 10 Prozent, Rewe steigerte 2020 den Umsatz im Vollsortiments- und Discountgeschäft um 22 Prozent. Nestlé Deutschland wuchs laut LZ-net bloss um drei Prozent, Oetker erzielte zwar in der Nahrungsmittelsparte ein Plus von 6 Prozent, der Gesamtumsatz sank aber wegen der Gastronomie-Schliessungen um 1 Prozent. Unilever lässt verlauten, der Umsatz sei in Deutschland zwar deutlich gestiegen, der Ertrag sei aber wegen gleichzeitig stark erhöhter Kosten nur schwach gewachsen. 

Die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie BVE sieht für die Branche insgesamt im Jahr 2020 ein Nullwachstum. Es sei der Eindruck entstanden, der deutsche Handel habe in der Pandemie für volle Regale gesorgt, wird BVE-Geschäftsführer Christoph Minhoff zitiert. «In Wahrheit haben die Lieferanten hierbei die Hauptlast getragen.»
Negativ für die deutschen Lebensverarbeiter war auch, dass viele Exporte nicht möglich waren. Der Exportumsatz sank 2020 um 1,4 Prozent.