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Nestlé investiert 120 Millionen Franken in Wasserschutzprojekte

Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé will bei seinem Wassergeschäft nachhaltiger werden. Dafür investiert er 120 Millionen Franken in über 100 Projekte, welche die Regeneration der lokalen Wasserkreisläufe verbessern sollen.

von awp/sda

(Symbolbild Pixabay)
Nestlé will damit erreichen, dass die Natur bis 2025 an den Wasserstandorten des Konzerns mehr Wasser zurückbehalten kann, als ihr das Nestlé-Wassergeschäft entnimmt, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung von Nestlé hervorgeht. An einer virtuell durchgeführten Medienkonferenz erklärten die Verantwortlichen Nestlé anhand einiger Beispiele, wie sie das erreichen wollen.
So sei in bestimmten Regionen beispielsweise die Renaturierung von Flussläufen geplant, um der Natur die Möglichkeit zu geben, bei Flut mehr Wasser zu führen. Wasser, das sonst während Zeiten starken Regens über die Ufer laufen und versickern würde. Andere Projekte zielen auf die Wasserqualität ab, wie etwa das präsentierte Beispiel in Ägypten, wo unter anderem die Kanäle gereinigt und der lokale Wasserturm renoviert werden.
Weil die Gegebenheiten und Herausforderungen an allen 48 Standorten von Nestlé Waters unterschiedlich seien, arbeite man auch mit der dortigen Bevölkerung und lokalen Beteiligten zusammen, erklärte Cédric Egger, Nachhaltigkeitsverantwortlicher für Nestlé Waters. So würden die Projekte überall individuell entwickelt und auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt.
Bis 2 Millionen für einzelne Projekte
Die über 100 geplanten Projekte werden Nestlé voraussichtlich etwa 120 Millionen Franken kosten. Für die einzelnen Projekte würden zwischen einigen Hunderttausend und 2 Millionen Franken aufgewendet, sagte Egger. Nestlé Waters Chefin Muriel Lienau ergänzte, dass es sich dabei um eine erste Schätzung handelt. «Aber wir haben auch die Unterhaltskosten für die darauffolgenden Jahre bereits einkalkuliert», so Egger.
Um die Transparenz und Effektivität der Projekte sicherzustellen, hat Nestlé auch ein externes Expertengremium zusammengestellt, das ein kritisches Auge auf die Umsetzung der Projekte wirft. Dort sind unter anderem Vertreter von NGOs, der Zivilgesellschaft oder von UN-Organisationen sowie Wissenschaftler dabei.
Nestlé misst den Fortschritt der Projekte anhand des Volumetric Water Benefit Accounting (VWBA). Das ist eine vom World Resources Institute entwickelte Methode zur standardisierten, wissenschaftlich fundierten Messung von Wasserschutzaktivitäten.
Im Rahmen der Strategie, dass bis 2025 alle Standorte des Wassergeschäfts von Nestlé nach dem Standard der Alliance for Water Stewardship (AWS) zertifiziert sein sollen, will das Unternehmen aber auch bei seinen eigenen Aktivitäten Wasser sparen. «Wir müssen zeigen, dass wir Jahr für Jahr die Nutzung des Wassers optimieren, auch beispielsweise durch Wiederverwendung», erklärte Cédric Egger. Bisher seien etwa 18 der 48 Wasserabfüllorte von Nestlé durch die AWS zertifiziert.
Wassergeschäft in der Kritik
Das Wassergeschäft von Nestlé gerät immer wieder in die Kritik von Umweltorganisationen und lokalen Anwohnern. Ein Vorwurf lautet beispielsweise, Nestlé bereichere sich an den Wasserressourcen von lokalen Gemeinschaften und nehme ihnen den Zugang zu Wasser. Im französischen Vittel gibt es ausserdem den Vorwurf, dass Nestlé mit einer übermässigen Nutzung der Quelle «Bonne Source» für deren drohende Austrocknung verantwortlich sei.
Um die Wassermenge in Vittel bis 2027 wieder auf das ursprüngliche Level zu bringen, sei ein Plan ausgearbeitet worden, erklärten die Verantwortlichen an der Medienkonferenz. Dazu habe Nestlé sich unter anderem verpflichtet, von der dortigen Quelle weniger Wasser zu beziehen.