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Fenaco: Neues Futtermittel reduziert Methanausstoss von Milchkühen

Der Agrarkonzern Fenaco hat ein klimaschonendes Futtermittel lanciert. Dank einem natürlichen Futterzusatzstoff stossen die Milchkühe 10 bis 20 Prozent weniger Methan aus.

von pd/mos

Das neue Futtermittel bringt den Landwirtinnen und Landwirten keine Mehrkosten. (Bild zVg)
Bereits im Mai hat die Fenaco-Tochter UFA das Mineralfuttermittel UFA 295 Biotin USCF (UFA Swiss Climate Feed) für Milchkühe eingeführt. Es enthält den natürlichen Futtermittelzusatzstoff Agolin Ruminant der Schweizer Firma Agolin SA. Gemäss wissenschaftlichen Versuchen und Feldtests verbessert er die Verdauung der Milchkühe und reduziert damit die Methanemissionen um 10 bis 20 Prozent, wie die Fenaco in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Dies bestätige auch der Swiss Clean Tech Report 2020 der Schweizerischen Eidgenossenschaft, heisst es in der Mitteilung weiter. Das gesamte Reduktionspotenzial für die Milchkühe in der Schweiz betrage mehrere 100’000 Tonnen CO2-Äquivalente.
«Mit dieser Innovation wird die Milchproduktion umweltfreundlicher und klimaschonender. Das entspricht einem klaren Bedürfnis der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten», wird Paul Steiner, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei UFA, in der Mitteilung zitiert. Das Futtermittel habe ausserdem weitere Vorteile: Die Kühe produzierten mehr Milch und benötigten gleichzeitig weniger Futter, so die Fenaco. Feldversuche bestätigten zudem die hohe Akzeptanz des neuen Futters bei den Kühen.
Kostenneutral dank CO2-Zertifikat
Die Landwirtinnen und Landwirte erhalten das klimaschonende Futtermittel von der UFA seit der Markteinführung ohne Zusatzkosten, schreibt die Fenaco. Als Gegenleistung treten sie die Emissionsreduktionsrechte ab, die durch das Verfüttern des klimaschonenden Futtermittels erzielt werden. Aktuell läuft die Validierung des «UFA Swiss Climate Feed»-Programms durch einen unabhängigen Auditor; die Resultate werden für den Herbst 2021 erwartet. Bei erfolgreicher Validierung können die Emissionsreduktionen zu handelbaren CO2-Zertifikaten umgewandelt werden. Mit den Erlösen aus dem Handel der Zertifikate sollen die Kosten für das Methan-hemmende Zusatzprodukt sowie den Aufwand für den Zertifizierungsprozess gedeckt werden, erklärt die Fenaco. 
Bei guter Marktakzeptanz des neuen Futtermittels und erfolgreicher Validierung plant die UFA laut Mitteilung ab 2022 die Anreicherung von weiteren Futtermitteln mit dem klimaschonenden Zusatzstoff unter dem USCF-Programm.