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In Deutschland ist Biomilch gesucht

Durch die Corona-Krise hat das immer noch kleine Biomilch-Segment in Deutschland eine neue Dynamik erhalten. Kleinere Molkereien wie Gropper nehmen neue Produzenten unter Vertrag.

von lz/wy

In Deutschland ist bei Trinkmilch der Bio-Anteil während der Corona-Krise auf über 20 % gestiegen. Die Branche rechnet mit langfristigem Wachstum, wie LZ-schreibt. Grosse Molkereien suchen weitere Biomilchproduzenten. Der gesamte Umsatz mit Biomilchprodukten betrug im letzten Jahr rund 600 Mio. Euro, bei Frischmilch lag er bei 350 Mio. Euro. Vor allem der Handel verlangt immer mehr Biomilch, um sich mit Eigenmarken im Biosegment profilieren zu können. zwei Drittel der Biomilch werden unter Handelsmarken verkauft. 

Die Molkerei Gropper, stark im Handelsmarkengeschäft, konnte für 2022 gleich 40 Millionen Kilogramm zusätzliche Biomilch unter Vertrag nehmen und vergrössert die Verarbeitungsmenge um die Hälfte auf 120 Mio. kg. Gropper wird damit zu einem der grössten Bioverarbeiter.
Auch die Molkerei Ammerland in Niedersachsen will die Biomilchverarbeitung bis 2025 auf 56 Mio. kg verdoppeln.
Für die grossen Markenhersteller wie Zott, Bauer, Ehrmann, Meggle oder Danone spielt der Biomarkt bisher praktisch keine Rolle, auch DMK verarbeitet keine Biomilch, Müller verarbeitet ein paar Millionen Kilogramm unter der Marke Weihenstephan. 
Ins Visier soll der norddeutsche Markt genommen werden, wo die Nachfrage, aber auch das Angebot bei Biomilch langsam wächst. Während in Bayern und Baden-Württemberg fast 8 Prozent der Milchproduktion biozertifiziert sind, liegt der Anteil im Norden und Osten Deutschlands bei unter 2 %.