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Weko will kein neues Preissystem für Fleisch

Der Schweizer Tierschutz wollte den Detailhandel zu tieferen Margen bei Bio- und Labelfleisch verpflichten. Die Weko hält dagegen.

von pd

Mit einem «fairen» Preissystem möchte der Schweizer Tierschutz (STS) den Absatz von Biofleisch fördern. Dabei würden sich die Detailhändler verpflichten, die Marge bei Bio- und Labelfleisch verglichen mit konventionellem Fleisch nicht höher anzusetzen, als der prozentuale Preisunterschied bei den Produzenten ist. Das berichtet der Tages-Anzeiger.
Der Verkauf von Bio- und Labelfleisch sei 2020 erneut «harzig bis rückläufig» verlaufen, wird der Tierschutz zitiert. Und das, obwohl im Coronajahr Trends wie bio, regional und fair sich verstärkten. Bei Schweinen und Kälbern sanken die Labelanteile am stärksten.
Gemäss dem STS sind es «unfaire» Preisunterschiede, die durch «aggressive Billigangebote» für konventionelles Fleisch und überproportional teure Labelprodukte zustandekämen.
Die Wettbewerbskommission Weko ist dafür aber nicht zu haben. Bei einem solchen Preissystem würde es sich um eine unzulässige Wettbewerbsabrede handeln. Dies könne nicht durch Gründe der wirtschaftlichen Effizienz gerechtfertigt werden, Unternehmen, die sich daran beteiligten, könnten für einen Verstoss gegen das Kartellgesetz sanktioniert werden.
Weiter argumentiert die Weko, die Förderung des Tierwohls sei ein allgemeines Anliegen, das bereits in einem Bundesgesetz geregelt sei. Ein allfälliges Marktversagen werde so korrigiert.