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EU-Länder stellen Weichen für mehr Bio und Tierwohl

Die EU-Länder wollen einen deutlichen Ausbau der Bio-Landwirtschaft vorantreiben. Die zuständigen Ministerien der EU-Länder einigten sich am 19.Juli auf einen Aktionsplan, der vorsieht, dass bis 2030 ein Viertel der Agrarfläche in der EU für Bio-Landwirtschaft genutzt werden soll.

von pd

Die EU-Kommission hatte den Aktionsplan im Frühjahr vorgeschlagen, die EU-Länder haben diesen nun offiziell begrüsst. Am Abend wollten sich die Staaten zudem über drei Initiativen für mehr Tierwohl austauschen. Dabei ging es um Käfighaltung, Putenmast und das sogenannte Kükenschreddern.
Für die Bundesrepublik bedeuten die Beschlüsse zur Biolandwirtschaft, dass die nationalen Ziele noch einmal nachgebessert werden müssten. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist, dass bis 2030 20 Prozent der Agrarfläche nach Biostandards bewirtschaftet wird. 
Sie sehe etwa grosses Potenzial in Bereichen wie Kitas, Schulen Krankenhäuser, sagte Staatssekretärin Beate Kasch, die Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) bei dem Ministertreffen vertrat. Dort könnten mehr Bioprodukte verwendet werden.
 Derzeit bestehen in den EU-Ländern grosse Unterschiede, was den Anteil der Biolandwirtschaftsfläche betrifft. Österreich übererfüllt nach Angaben von Ministerin Elisabeth Köstinger bereits das vorgegebene Ziel mit einem Anteil von 26 Prozent. Schlusslichter sind Daten der Statistikbehörde Eurostat von 2019 zufolge Malta (0,5 Prozent) gefolgt von Irland (1,6) und Bulgarien (2,3). Deutschland lag damals mit 7,7 Prozent im unteren Mittelfeld.
EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski zeigte sich angesichts der Teilnahme von US-Agrarminister Tom Vilsack zudem erfreut darüber, dass die USA nun mit Blick auf die Bio-Landwirtschaft ähnliche Ansätze wie Europa verfolgten.
Zudem sollte über eine gemeinsame Initiative von Frankreich und Deutschland gesprochen werden, die ein EU-weites Verbot des Tötens männlicher Küken vorsieht. Beide Länder fordern die EU-Kommission dazu auf, dieses einzuleiten.