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Plattform für nachhaltigen Kakao macht Fortschritte

Im letzten Jahr stiegen die Importe von nachhaltigem Kakao in die Schweiz um fast ein Fünftel. Bei Kakaobutter erhöhte sich der Anteil nachhaltiger Produkte sogar von 36 auf 59 Prozent.

von pd

Die Importe von nachhaltigem Kakao sind im letzten Jahr um 19 Prozent auf 74 Prozent gestiegen. Damit sei ein wichtiger Schritt zur Erreichung des Zwischenziels von 80 Prozent bis 2025 erreicht, schreibt die Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao in einer Mitteilung. Der Import von nachhaltiger Kakaobutter stieg sogar von 36 auf 59 Prozent. Der Anteil nachhaltig importierter Kakaobohnen konnte um 6 Prozent auf 96 Prozent gesteigert werden.
In der Plattform sind 68 in der Schweiz ansässige Unternehmen zusammengeschlossen, die sich für eine nachhaltige Kakaowertschöpfungskette einsetzen. «Wir sind sehr erfreut, dass wir im Bereich der nachhaltigen Beschaffung trotz der Covid-19 Pandemie wichtige Fortschritte verzeichnen konnten», wird Filippo Veglio, der neue Präsident der Plattform, zitiert. «Das zeigt uns, dass die Schweizer Branchenakteure trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen der Pandemie ihre Nachhaltigkeitsziele bekräftigen und weiter ausbauen.»
Trotz weitgehender Reise- und Versammlungsverboten hätten die 14 Projekte mit über 90’000 begünstigten Kakaobäuerinnen und Kakaobauern weiterhin gewährleistet werden können, heisst es weiter. In der Krise habe man noch stärker auf die Kompetenzen und Fähigkeiten der lokalen Kräfte gesetzt.
Die Plattform will ihr Engagement nach der Krise weiter auszubauen, wird Christian Robin, seit Anfang Juni Geschäftsleiter, zitiert. Die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen hätten sich mit der Krise vielerorts akzentuiert. Die Kooperation mit den Produzentenländer soll deshalb intensiviert und die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnerschaftsinitiativen verstärkt werden. In einer Vereinbarung mit Partnerinitiativen in Deutschland, Belgien und Niederlanden einigte man sich auf eine engere Zusammenarbeit in Bereichen wie Fachaustauch, Wirkungsmessung, Projekte und Dialog mit Produzentenländern. Zum Beispiel sollen gemeinsame Arbeitsgruppen zum Thema der Rückverfolgbarkeit und der Transparenz die bisherigen nationalen Anstrengungen ergänzen und stärken.
Der Vorstand der Plattform besteht nebst dem Sektor unabhängigen Präsidenten aus sechs Mitgliedern aus den Sektoren Schokoladeherstellung, Rohstoffhandel, Einzelhandel, Forschung, Nichtregierungsorganisationen und öffentliche Hand. Der Vorstand setzt sich aus den folgenden Mitgliedern zusammen: Urs Furrer, Direktor, CHOCOSUISSE; Robert van Raamsdonk, Commercial Director, Barry Callebaut Group; Monica Rubiolo, Leiterin Ressort Handelsförderung, Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO); Yanick Lhommel, Business Development Manager Cocoa, Max Havelaar; Ingrid Fromm, Dozentin, Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL; Sandra Hinni, Teamleaderin Ecology Food, Migros Genossenschaftsbund (MGB).