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Obstverband erwartet ein Drittel weniger Mostobst

55’000 bis 65’000 Tonnen Mostobst soll es laut Schätzungen des Schweizer Obstverbands (SOV) dieses Jahr geben, rund ein Drittel weniger als letztes Jahr.

von lid

55’000 bis 65’000 Tonnen Mostobst werden von den gewerblichen Mostereien in diesem Jahr erwartet. Davon sind rund 10 Prozent Mostbirnen und der Anteil von Biomostobst an der Ernte beträgt rund 8 Prozent. Das melden die kantonalen Meldestellen, die Anfang August im Auftrag des SOV die diesjährige Mostobsternte geschätzt haben. Die erwartete Gesamterntemenge liege rund ein Drittel unter der Ernte des letzten Jahres, schreibt der SOV in einer Mitteilung.
Die Versorgung mit erstklassigem Schweizer Obstsaft sei aber sichergestellt und am Rückbehaltsystem werde festgehalten, heisst es weiter. Der Grundrückbehalt betrage CHF 3.–/100 Kilogramm und erstmalig sei auch bei Biomostäpfel ein Rückbehalt festgelegt worden. Kein Rückbehalt werde hingegen auf Biomostbirnen erhoben. Die paritätische Kommission, bestehend aus Vertretern von Produktion und Verarbeitung, habe neben der erwarteten Ernte auch den Konzentratlagerbestand in die Erwägungen einfliessen lassen, dabei habe sich gezeigt, dass die gegenwärtigen Bestände den Markt noch für über ein Jahr versorgen könnten. Gründe hierfür vermutet der SOV beim fehlenden Obstgetränkeabsatz in der Gastronomie aufgrund der Corona-Pandemie sowie bei den hohen Beständen aus früheren Grossernten.
Das Produktzentrum Mostobst des SOV habe sich im vergangenen Jahr intensiv mit der aktuellen Situation des Mostobstmarktes auseinandergesetzt. Die Vertreter von Produktion und Verarbeitung seien zum Schluss gekommen, dass es derzeit keine bessere Alternative zum gegenwärtigen System gebe. Die Gespräche würden weitergeführt, um den Markt auch bei starken Ernteschwankungen im Gleichgewicht zu halten und die Obstübernahme sicherzustellen.