Datum:

Zertifikatsübergabe für ersten klimaneutralen Käse

In Amlikon-Bissegg TG hat auf dem Holzhof die Zertifikatsübergabe für den ersten klimaneutralen Käse der Schweiz stattgefunden.

von lid

Das Käsesortiment des Holzhofs. (zVg)
In der Käserei und auf dem Landwirtschaftsbetrieb Holzhof Amlikon-Bissegg arbeitet Familie Wartmann seit Jahren an ihrem Konzept der geschlossenen Kreisläufe. So wird mit der eigenen Biogasanlage aus Mist, Gülle und pflanzlichen Abfällen elektrische und thermische Energie produziert. Damit und mit der Photovoltaikanlage kann heute der ganze Hof und die Käserei energieautark betrieben werden. Mit der Methanreduktion in der Biogasanlage Holzhof werden zudem CO2-Zertifikate generiert und durch Ökostrom Schweiz gehandelt.
Im Rahmen eines Presseevents fand am Mittwoch die Übergabe des Zertifikates «Certified CO2 Neutral by Swiss Climate» für die Käserei Holzhof statt. Zur Feier dieses Meilensteins lief am gleichen Tag der CO2-frei produzierte Naturbursche, der neue Käse aus der Käserei Holzhof, vom Stapel.
Die Landwirtschaft sei nicht nur Opfer und Täter des Klimawandels, die Landwirtschaft sei insbesondere Teil der Lösung, sagte Urs Schneider, stv. Direktor des Schweizer Bauernverbandes (SBV) im Rahmen der Übergabe gemäss Redetext. Landwirtschaftliche Böden könnten Kohlenstoff speichern und so als Treibhausgassenke funktionieren. Mittels methanhemmenden Fütterungszusätzen und nitrifikationshemmenden Düngerzusätzen liessen sich weitere Emissionen reduzieren, ohne die Produktion einzuschränken. «Zudem liefert die Landwirtschaft mit der Produktion von erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Bereits sind auf vielen landwirtschaftlichen Scheunen und Ställen Solaranlagen sichtbar oder Biogasanlagen im Einsatz», so Schneider.
Ganz besonders seien die Anstrengungen auf dem Holzhof sichtbar. «Vielfalt, Innovation und Fortschritt waren hier schon immer Begleiter, ja schon fast zu Hause. Immer wieder bin ich von diesem Betrieb beeindruckt und ich bin stolz, dass er in «meiner» Wohngemeinde liegt», so der stv. SBV-Direktor. Für den Schweizer Bauernverband seien solche Beispiele äusserst wichtig. Solche Beispiele zeigten, dass die Landwirtschaft, die Bäuerinnen und Bauern gewillt seien einen Beitrag hin zur Klimaneutralität zu leisten.