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D: Wie gesund sind Kinderlebensmittel?

Viele Lebensmittel für Kinder seien deutlich gesünder geworden, sagt das deutsche Ernährungsministerium. Die Verbraucherorganisation Foodwatch sieht das ganz anders.

von pd/mos

Nur jedes siebte untersuchte Kinderlebensmittel erfüllte die Nährwert- Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). (zVg)
Wie gesund sind Kinderlebensmittel in Deutschland? Für das deutsche Bundesernährungsministerium ist klar: Viele Kinderlebensmittel seien in den vergangenen Jahren gesünder geworden, sagte das Ministerium der deutschen Zeitung «Tagesspiegel». Seit dem Start der nationalen Innovations- und Reduktionsstrategie im Jahr 2019 sei der Zuckergehalt in Kinderjoghurts um 20 Prozent, in Quarkzubereitungen um 18 Prozent gesunken. Frühstückscerealien enthielten jetzt fast 15 Prozent weniger Zucker, Erfrischungsgetränke für Kinder rund 35 Prozent weniger Zucker, teilte das Ministerium auf eine Anfrage der Zeitung mit. Bei Wurst- und Fleischwaren sowie bei Brot und Kleingebäck sei zudem der Salzgehalt reduziert worden.
«Zuckerbomben und fettige Snacks»
Ganz anders sieht das die deutsche Verbraucherorganisation Foodwatch. Sie hat in einer aktuellen Marktstudie Lebensmittel untersucht, die sich an Kinder richten. Das Resultat: 242 von 283 untersuchten Kinderprodukten (85,5 Prozent) enthielten zu viel Zucker, Fett oder Salz. Sie seien nach Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unausgewogen und sollten eigentlich gar nicht erst an Kinder vermarktet werden, schreibt Foodwatch in einer Mitteilung.
Die Studie umfasst Produkte von insgesamt 16 Lebensmittelkonzernen, die eine Selbstverpflichtung zu verantwortungsvollerem Kindermarketing («EU Pledge»), unterschrieben haben – darunter Nestlé, Danone und Unilever. Bereits 2015 untersuchte Foodwatch das Sortiment dieser Unternehmen – mit ähnlichem Ergebnis: Damals verfehlten 89,7 Prozent der Produkte die WHO-Empfehlungen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.
«Produkte, die mit Comicfiguren, Online-Gewinnspielen und Spielzeugbeigaben an Kinder beworben werden, sind in erster Linie Zuckerbomben und fettige Snacks. Daran haben weder die freiwillige Selbstverpflichtung für ein verantwortungsvolleres Kindermarketing noch das Zuckerreduktionsprogramm der Bundesregierung etwas geändert», wird Oliver Huizinga, Kampagnendirektor bei Foodwatch, in der Mitteilung zitiert.