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Deutscher Einzelhandel mit starkem Umsatzschwund

Die deutschen Einzelhändler sind mit unerwartet starken Umsatzeinbussen in die zweite Jahreshälfte gestartet. Im Juli fielen ihre Einnahmen preisbereinigt um 5,1 Prozent niedriger aus als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,9 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni noch ein kräftiges Wachstum von 4,5 Prozent und im Mai von 4,6 Prozent gegeben hatte. Insbesondere der Juni sei wegen der Aufhebung der sogenannten Bundesnotbremse ein umsatzstarker Monat gewesen, betonten die Statistiker.
"Nach zwei fetten Monaten haben die Verbraucher nun den Fuss vom Gaspedal genommen", sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. "Der Umsatzrückgang ist gross, er ist in weiten Teilen aber auch eine Reaktion auf den 'Öffnungsmonat' Juni." Die Erholung am Arbeitsmarkt spreche aber dafür, dass der Konsum die Konjunktur weiter stützen werde. Verglichen mit dem letzten Vorkrisenmonat Februar 2020 lag der Einzelhandelsumsatz im Juli um 3,8 Prozent höher.
Onlinehandel weniger gefragt
Mit dem Wegfall vieler Corona-Auflagen kaufen die Kunden weniger im Internet- und Versandhandel. Hier sanken die Juli-Umsätze um 11,9 Prozent zum Vormonat. Sie liegen aber mit 20,7 Prozent weiterhin deutlich über dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Pandemie. Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren verzeichnete ein Umsatzminus von 10,5 Prozent. Das Geschäft mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf schrumpfte um 2,8 Prozent.
In den ersten sieben Monaten wuchs der Umsatz nominal um 3,1 Prozent. Ohne weitere Lockdowns und bei niedrigen Infektionszahlen erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE) im Gesamtjahr 2021 ein Wachstum von 1,5 Prozent auf dann 586 Milliarden Euro. Angesichts der vielen Lockdown-Monate befinden sich dem HDE zufolge immer noch viele Handelsunternehmen in akuter Existenznot.

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