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Schlechte Getreidernte stellt Müller vor Probleme

Die diesjährige Ernte von Brotgetreide wird quantitativ und qualitativ schlechter sein als in anderen Jahren. Die Schweizer Müller warnen vor Versorgungslücken und höheren Kosten.

von pd/mos

((Symbolbild Pixabay))
Das Wetter vermiest die diesjährige Brotgetreideernte: Rein Quantitativ dürfte diese 20% tiefer ausfallen als im Vorjahr. Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Mindermenge durch Auswuchs werde die backfähige Brotgetreidemenge sogar 30 bis 35% unter der Vorjahresernte liegen, schreibt der Dachverband Schweizerischer Müller DSM in einer Mitteilung. Ausserdem werde die Ernte 2021 von tiefer Qualität sein.
Den Mühlen stellen sich damit verschiedene Probleme, wie der Müllerverband schreibt. Es sei ungewiss, ob das vorhandene, backfähige Brotgetreide die Nachfrage dieses Jahr zu decken vermöge. «Insbesondere bei Label-Getreide (bei Nachhaltigkeitslabeln aber auch bei Regionalprodukten) kann es zu Versorgungslücken kommen», heisst es in der Mitteilung.
Um trotz tiefer Qualität der diesjährigen Ernte hochwertige Schweizer Mehle zu bekommen, müsse man qualitativ hochwertigen Lagerweizen aus früheren Ernten oder aus dem Ausland beimischen sowie zusätzliches Gluten beigeben. Für die Mühlen bedeute das höhere Kosten; gerade die Preise für gefragten Qualitätsweizen und von Gluten seien bereits stark angestiegen.
«Wer diese Kosten am Ende tragen wird, ist noch offen. Allenfalls wird unser Verband dem Bund zudem eine temporäre Anhebung der Importkontingente und eine Ausnahme von den Swissness-Regelungen beantragen müssen», lässt sich Verbandspräsident Thomas Helbling in der Mitteilung zitieren.