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Schoggi- und Biscuitproduzenten «enttäuscht» über Zuckerentscheid

Das Schweizer Parlament will einen Mindestgrenzschutz für Zucker im Gesetz festschreiben. Die Schoggi- und Biscuithersteller reagieren empört. Damit gefährde die Politik Arbeitsplätze, sagen die Branchenverbände.

von pd/mos

Die Schoggi- und Biscuitproduzenten sind unter Druck, höhere Zuckerpreise sind für sie belastend. (Symbolbild Pixabay)
Die Schweizer Zuckerproduktion soll einen im Gesetz verankerten Schutz erhalten. Als Zweitrat hat der Ständerat am Dienstag Beiträge an Rübenkulturen und Mindestzölle gutgeheissen (wir berichteten). «Enttäuscht» von diesem Entscheid zeigen sich die Schweizer Schoggi- und Biscuithersteller. Der Entscheid des Ständerats verteuere den Rohstoff Zucker und bedeutee eine weitere Schwächung des Produktionsstandorts fu?r marktexponierte Schweizer Lebensmittelhersteller, schreiben die beiden Branchenverbände Chocosuisse und Biscosuisse in einer Mitteilung.
Dieser Entscheid sei unverständlich, weil die Branchen stark unter Druck stünden. Letztes Jahr seien die Exportumsätze eingebrochen, und gleichzeitig der Importanteil im Schweizer Schokolade- und Biscuitmarkt auf 43% resp. 53% und bei den Zuckerwaren auf u?ber 78% gestiegen.
Die Festschreibung eines Mindestgrenzschutzes im Gesetz schwäche die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in einem bereits angespannten Umfeld und gefährde damit Arbeitsplätze, schreiben die beiden Verbände. Mit Blick auf die Investitions- und Planungssicherheit brauche es nun ein Konzept zum Ausgleich der aus der Grenzschutzasymmetrie resultierenden Nachteile. «Ziel muss es sein, dass unsere Schweizer Hersteller wieder gleich lange Spiesse haben wie die im Ausland herstellende Konkurrenz», heisst es in der Mitteilung.
«Tatsächliches Problem» Krankheiten
Anlass für die Debatte im Parlament war eine vor sechs Jahren eingereichte parlamentarische Initiative. Damals wurde eine Importlawine von Zucker zu «Discount-Preisen» als Folge einer Änderung im EU-Zuckermarkt befürchtet, schreiben die beiden Verbände. Die Lawine sei jedoch ausgeblieben, und der Zuckerpreis zeige heute wieder nach oben. Als tatsächliches Problem der Zuckerproduzenten hätten sich aber der Krankheitsbefall der Rüben und die Missernten gezeigt. Deshalb hätten Chocosuisse und Biscosuisse eine Erhöhung des Einzelkulturbeitrags für die Rübenpflanzer unterstützt.