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Aldi gibt in Grossbritannien Gas

Der Discounter Aldi will in den nächsten zwei Jahren 1,3 Milliarden Pfund in die weitere Expansion in Grossbritannien stecken. 100 neue Filialen sollen entstehen.

von pd/mos

Giles Hurley, der Chef von Aldi Grossbritannien, will mit seinem Discounter weiter wachsen. (zVg)
Über 60 Prozent der britischen Haushalte haben im letzten Jahr bei Aldi eingekauft – und es sollen noch mehr werden. Das ist das erklärte Ziel des britischen Aldi-CEOs Giles Hurley. Er will den bisherigen Marktanteil von 8,1 Prozent weiter steigern – und nimmt dafür viel Geld in die Hand. 1,3 Milliarden britische Pfund will der Discounter in den nächsten zwei Jahren auf der Insel investieren, wie Aldi in einer Mitteilung schreibt.
Damit sollen 100 neue Supermärkte entstehen und die Logistik und der Click-and-Collect-Service ausgebaut werden. Insgesamt will Aldi in den nächsten zwei Jahren 2000 zusätzliche Stellen schaffen; bereits in den letzten beiden Jahren habe man 7000 neue Arbeitsplätze geschaffen, so Aldi.
Aldi testet ausserdem einen kassenfreien Laden in Greenwich, London. Kameras, Sensoren und künstliche Intelligenz sollen erkennen, welche Produkte die Kunden aus dem Regal nehmen, ein Anstehen an der Kasse sei so nicht mehr nötig.
Tiefstpreise und lokale Produkte
Aldi hat laut Mitteilung das Ziel, in seinen 920 Filialen in Grossbritannien die «niedrigstmöglichen Preise» anzubieten. Dazu habe man alleine letztes Jahr Preissenkungen im Wert von 238 Millionen Pfund gemacht.
Den Umsatz konnte der Discounter in Grossbritannien und Irland letztes Jahr um 10,2 Prozent auf den Rekordwert von 13,5 Milliarden Pfund steigern. Der operative Gewinn hingegen fiel mit 288 Mio. Pfund rund 1,2 Prozent tiefer aus als 2019 – die zusätzlichen Kosten durch die Pandemie und hohe Investitionen schlugen negativ zu Buche.
Aldi wolle wo immer möglich britisch einkaufen, heisst es weiter. Der Discounter bezieht laut eigenen Angaben sein gesamtes Kernsortiment an Frischfleisch, Eiern, Milch, Butter und Sahne von britischen Lieferanten. Letztes Jahr habe man zusätzlich 1 Milliarde Pfund bei britischen Unternehmen ausgegeben, womit sich das Gesamtvolumen auf 9 Milliarden Pfund belaufe, heisst es in der Mitteilung.