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Bis 2030 nur noch nachhaltiger Kakao

Ein existenzsicherndes Einkommen für Kakaobauern, klimafreundlicher Kakaoanbau und Prävention von Kinderarbeit: Die Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao hat ihre Ziele bis 2030 festgelegt.

von pd/mos

(Symbolbild Pixabay)
Die Importe von nachhaltig produziertem Kakao in die Schweiz sind seit 2017 von 51 auf 74 Prozent gestiegen. Das sei ein wichtiger Schritt zur Erreichung des Zwischenziels von 80% bis 2025, schreibt die Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao in einer aktuellen Mitteilung.
An der dritten Generalversammlung bei der Migros in Zürich haben die 69 Vereinsmitglieder nun den Fahrplan 2030 verabschiedet, der konkrete Ziele bis 2030 formuliert. «Zertifizierungs- und Verifizierungsprogramme der Firmen sind ein wichtiger Schritt. Aber es braucht weitergehende gemeinsame Anstrengungen, um den sozialen und ökologischen Herausforderungen in den Ursprungsländern des Kakaos wirksam begegnen zu können», wird Filippo Veglio, Präsident der Kakaoplattform, in der Mitteilung zitiert.
Konkret definiert der Fahrplan 2030 12 Ziele, die in Einklang mit den UNO-Entwicklungszielen für 2030 stehen, und vier Bereiche betreffen: Existenzsichernde Einkommen für Bauernfamilien, klimafreundlicher Kakaoanbau, Prävention von Kinderarbeit und Erhöhung von Transparenz und Rückverfolgbarkeit.
Einkommen
Gerade in den wichtigsten Ursprungsländern in Westafrika seien viele Kakaobauern und -bäuerinnen noch weit von einem existenzsichernde Einkommen entfernt, heisst es in der Mitteilung. Lösungsansätze seien komplex und erforderten das Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie die Steigerung der Ernteerträge, eine für die Bauer und Bäuerinnen vorteilhafte Gestaltung der Preise, die Senkung der Produktionskosten, die Erschliessung alternativer Einkommen und die Verbesserung der lokalen Rahmenbedingungen. Alle Vereinsmitglieder haben sich laut Mitteilung dazu verpflichtet, gemeinsam an diesen Hebeln zu arbeiten und die Fortschritte mittels Wirkungsstudien zu beobachten.
Klimafreundliche Kakaolieferkette
Klimafreundliche Anbaupraktiken wie die Agroforstwirtschaft fördern die Reduktion von Treibhausgasen, die Resilienz gegenüber Klimaschwankungen und die Bodenqualität. Die Kakaoplattform setzt sich laut eigenen Angaben dabei das Ziel, 150’000 Kakaobauern und -bäuerinnen zu unterstützen, klimafreundliche Anbaupraktiken wirksam umzusetzen.
Prävention von Kinderarbeit
Auch bei der Prävention von Kinderarbeit setzt der Fahrplan 2030 laut Mitteilung ganz auf die Zusammenarbeit mit lokalen Kräften und legt das Augenmerk auf die Ursachen der Kinderarbeit, die zumindest in Westafrika weit verbreitet ist. Massnahmen wie ein gezieltes Monitoring der Kinderarbeit sowie eine konkrete Verbesserung der Perspektiven der Kinder und Jugendlichen im Ausbildungsbereich sollen partnerschaftlich mit den lokalen Behörden und zivilen Organisationen erarbeitet werden.
Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Kakaolieferkette
Der Fahrplan legt das Ziel fest, dass bis 2030 100% der Importe von kakaohaltigen Produkten in die Schweiz aus nachhaltigem Anbau stammen. Gleichzeitig soll die Rückverfolgbarkeit und Transparenz in der Lieferkette laufend verbessert werden. Der Einsatz digitaler Lösungen soll es beispielsweise ermöglichen, die Bauern und Bäuerinnen wirksam in internationale Lieferketten einzubinden, um sie in Zukunft gezielter unterstützen zu können, heisst es in der Mitteilung weiter.
Die Kakaoplattform will nach eigenen Angaben regelmässig über die Fortschritte in der Umsetzung des Fahrplans 2030 berichten. Ein Grundlagenbericht ist bereits im nächsten Jahr geplant. Umfassende Fortschrittberichte sind zudem für 2025 und 2030 vorgesehen.