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Seit Corona machen die Leute mehr Sport und Kochen mehr

Durch die Pandemie sind Ernährung und Bewegung für die Schweizer Bevölkerung wichtiger geworden. Eine Zuckersteuer lehnt die Mehrheit ab, Aufwind hat hingegen die Lebensmittelampel, das zeigt eine aktuelle Studie.

von pd/mos

Rund ein Viertel der Schweizerinnen und Schweizer macht seit Corona mehr Sport. (Pixabay)
Die Schweizer Bevölkerung interessiert sich seit Corona vermehrt für Ernährung und Bewegung. Das zeigt der repräsentative Monitor Ernährung und Bewegung 2021 des Meinungsforschungsinstituts gfs.bern, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. 86 Prozent der Befragten gaben an, sehr oder eher interessiert zu sein (2020: 77%). In Sachen Ernährung fühlen sich 83 Prozent sehr gut oder eher gut informiert (2020: 72%), beim Thema Bewegung sind es 85 Prozent (2020: 69%).
Kochen im Aufwind
Deutlich hat die Pandemie die Ernährung und Bewegung der Befragten beeinflusst. 72 Prozent der Befragten fehlten während des Lockdowns die Restaurantbesuche, 48 Prozent kochen seit der Pandemie mehr. 42 Prozent haben gemerkt, wie wichtig Bewegung für den Körper ist, 26 Prozent machen mehr Sport. Bei 25 Prozent hat die Pandemie zu einer bewussteren Ernährung geführt.
Eine Mehrheit der Befragten hat laut eigenen Angaben seit der Pandemie weder mehr Süssigkeiten gegessen noch an Gewicht zugenommen. Zudem sagten die Befragten grossmehrheitlich, dass sie nicht mehr alkoholhaltige Getränke und auch nicht mehr ungesunde Nahrungsmittel als sonst konsumiert haben.
Zuckersteuer Nein, Nutri-Score Ja
Im Kampf gegen das Übergewicht lehnen die Befragten staatliche Restriktionen klar ab. Bevorzugt werden hingegen Präventionsprogramme (89%), Projekte in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft (87%), Ernährungskunde in der Schule (84%) sowie die Förderung des Sportunterrichts (81%). 70 Prozent würden ein Verbot von Werbung begrüssen, die speziell an Kinder gerichtet ist.
Wenig Sympathie geniesst eine Zuckersteuer: 71 Prozent lehnen sie ab. 80 Prozent betrachten sie als ungerecht, weil sie Ärmere stärker belastet. Nur 24 Prozent denken, dass die Einführung einer zusätzlichen Lebensmittelsteuer Einfluss auf den Konsum hätte.
Rückenwind hat die sogenannte Nährwertampel wie etwa der Nutri-Score. 79 Prozent der Befragten wären eher oder sehr einverstanden, wenn eine solche Lebensmittelampel zum gesetzlichen Standard würde.