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Backwarenhersteller Aryzta schreibt wieder schwarze Zahlen

Aryzta ist im Geschäftsjahr per Ende Juli organisch zwar weiter geschrumpft. Der Bäckereikonzern wurde allerdings profitabler und hat ausserdem dank des Verkaufs von Geschäften seine Verschuldung deutlich verringert.

von awp

((Bild: zVg))
Der Umsatz der fortgeführten Geschäfte lag gemäss einer Mitteilung von Aryzta vom Montag bei 1,53 Milliarden Euro. Organisch schrumpfte der Umsatz damit um 6,4 Prozent. Zum Umsatz hat das deutlich grössere europäische Geschäft 84 Prozent beigetragen, während mit den Aktivitäten im Rest der Welt noch 16 Prozent des Umsatzes erzielt wurde. Das nordamerikanische Geschäft, von dem sich Aryzta im Frühling getrennt hat, wurde in dieser Rechnung nicht mehr berücksichtigt.
Schwarze Zahlen
Auf Stufe EBITDA resultierte mit 173,4 Millionen zwar ein etwas tieferer Gewinn als im vergangenen Jahr (193 Mio). Rechnet man das amerikanische Geschäft aber noch dazu, wäre er mit 250 Millionen aber deutlich grösser gewesen als im Vorjahr. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 11,4 von 11,3 Prozent. Unter dem Strich gab es nach dem letztjährigen Verlust (-18 Mio) dieses Jahr wieder schwarze Zahlen. Aryzta erzielte einen bereinigten Gewinn von 5,2 Millionen.
Verbesserte Finanzlage
Aryzta hat neben dem nordamerikanischen auch das Geschäft in Brasilien verkauft. Laut der Mitteilung sei diese Transaktion vorzeitig abgeschlossen worden und die Gesamterlöse würden über den Erwartungen liegen. Die beiden Verkäufe hätten dazu geführt, dass Aryzta die Finanzlage erheblich habe verbessern können. Die Nettoverschuldung sei von 1,01 Milliarden auf 220,1 Millionen Euro reduziert worden.
Zusammen mit der fünfjährigen Kreditfazilität in Höhe von 500 Millionen Euro sei man nun in der Lage, einen nächsten Schritt zur Bilanzverbesserung zu tun. Aryzta kündigte an, aufgeschobene und tatsächliche Zinszahlungen für alle Hybridinstrumente zu leisten. Um den Konzern aus der angespannten finanziellen Lage zu heben, hat das Management auch die Kosten stark gesenkt. «Im vergangenen Jahr haben wir das Unternehmen von einer ineffizienten und kostspieligen globalen Struktur in ein schlankes, multilokales Geschäftsmodell mit lokaler Verantwortung für Rentabilität und Kundenbindung umgestaltet», wird CEO Urs Jordi im Geschäftsbericht zitiert. Dadurch seien erhebliche Kosten und Komplexität weggefallen. Das habe auch die Moral und das Engagement der Mitarbeitenden gestärkt.
Wachstum erwartet
Für das bereits angebrochene Geschäftsjahr 2021/22 erwartet Aryzta laut der Mitteilung ein mittleres einstelliges organisches Wachstum und einen «nachhaltigen Nettogewinn». Die Geschäftsleitung erwartet, dass die Restrukturierung weiterhin Früchte trägt. Man habe sich zum Ziel gesetzt, die Leistung des europäischen Geschäfts zu stärken, so dass sie mindestens dem Niveau vergleichbarer europäischer Bäckereikonzerne entspreche oder dieses übertreffe, heisst es.