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Schweizer Bauernverband will Anpassungen beim Nutri-Score

Der Nutri-Score sei mangelhaft, moniert der Schweizer Bauernverband (SBV). Eine Überarbeitung sei unbedingt notwendig, damit sich die Bevölkerung auf dieser Grundlage gesünder ernähren könne.

von lid

Danone führte als erster Konzern den Nutri-Score ein. ((Bild: zVg))
Mehrere europäische Länder kennen ihn schon und verwenden ihn auf einer Auswahl an verarbeiteten Produkten – den Nutri-Score. In der Schweiz haben beispielsweise Coop, Migros und Aldi das Ampel-System zur vereinfachten Nährwertkennzeichnung bereits eingeführt. In gewissen Punkten sei der Nutri-Score aber mangelhaft und müsse deshalb angepasst werden, verlangt der SBV.
So müsse der Verarbeitungsgrad eines Lebensmittels sowie die Verwendung von Zusatzstoffen in den Nutri-Score-Algorithmus einfliessen. Denn gemäss wissenschaftlichen Erkenntnissen würden hochverarbeitete Lebensmittel dazu beitragen, dass Menschen insgesamt mehr essen und ihr Gewicht steigen würde. Weiter seien reine Fruchtsäfte in den Ampelstufen C oder D und damit als ungesund eingeteilt. Verdünnte Apfelsäfte, wie beispielsweise Schorle, kämen aber trotz Verdünnung auch nicht besser weg. Diese Naturprodukte seien damit schlechter bewertet als beispielsweise künstliche Zero- oder Light-Produkte, die überhaupt keine gesunden Inhaltsstoffe aufweisen würden. Auch hier sei eine Anpassung im Algorithmus zur Differenzierung von Naturprodukten nötig. Ausserdem sollen unterschiedliche gesättigte Fettsäuren im Nutri-Score-Algorithmus differenziert bewertet werden, heisst es weiter. Milch und Milchprodukte, die positive Stoffwechseleffekte hätten und gemäss Lebensmittelpyramide zu einer ausgewogenen Ernährung gehörten, würden dann nicht per se ein schlechtes Nutri-Score-Rating aufweisen.
Der SBV hat diese Forderungen nun dem zuständigen wissenschaftlichen Gremium übermittelt und weist weiter daraufhin, dass eine gute Ernährung nicht von einzelnen Lebensmitteln abhänge, sondern auch von den Mengen und der gesamten Zusammensetzung. Eine gesunde Ernährung lasse sich nicht an einen Algorithmus delegieren.