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Lebensmittelhandel: Online-Trend gefährdet Umsatz

Das Online-Geschäft mit Lebensmitteln ist meist defizitär. Das drückt die Konzern-Gewinne der Lebensmittelhändler, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Dem Lebensmittel-Einzelhandel drohen mit der zunehmenden Verlagerung des Geschäfts ins Internet laut einer Studie des Kreditversicherers Euler Hermes erhebliche Gewinneinbrüche. Der Grund: Der Online-Verkauf von Lebensmitteln sei, unabhängig von der Art der Zustellung, mit Verlusten verbunden. Da ein Teil der Wertschöpfungskette - Kommissionierung und Lieferung - vom Kunden an den Einzelhändler zurückverlagert werde, stiegen die Kosten, heisst es in einer Mitteilung von Euler Hermes zur Studie.
Bei einer durchschnittlichen EBIT-Marge von 3,7 % für den Lebensmitteleinzelhandel in Europa geht die Studie davon aus, dass jedes Prozent der Lebensmittelverkäufe, das künftig online getätigt wird, einen Gewinn von mindestens 500 Mio. Euro bedroht – wenn die Margen im Online-Lebensmittelhandel bei null lägen, was allerdings optimistisch sei. Bei einer Marge von -5 % wären es 1,2 Mrd. Euro, und im schlimmsten Fall (EBIT-Marge von -10 %) könnten die Gewinneinbußen auf bis zu 1,9 Mrd. Euro ansteigen.Euler Hermes untersuchte nach eigenen Angaben die Märkte in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Grossbritannien.
Lebensmittelhändler als Krisengewinner
Die europäischen und deutschen Lebensmitteldetailhändler gehören mit einem satten Umsatzplus im Jahr 2020 von 5,3 % in Europaund sogar 7,9 % in Deutschland zu den Profiteuren der Covid-19-Pandemie. «Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn die Zunahme beim Onlinehandel drückt auf die Margen und hinterlässt einen bitteren digitalen Beigeschmack», wird Aurélien Duthoit, Branchenexperte für den Einzelhandel bei Euler Hermes, in der Mitteilung zitiert.
Die Pandemie hat laut Euler Hermes den Übergang zum elektronischen Handel in Europa um vier bis fünf Jahre beschleunigt, insbesondere im Lebensmitteldetailhandel: In den fünf wichtigsten Märkten liegt der E-Commerce-Anteil jetzt zwischen 3 % (Deutschland, Spanien) und 11 % (Grossbritannien) des Lebensmittelumsatzes.

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