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Witterung setzt der Schweizer Landwirtschaft 2021 zu

Das Wetter sorgt im Pflanzenbau für historische Rückgänge, die Milchwirtschaft hingegen legt zu: Insgesamt dürfte die Bruttowertschöpfung der Schweizer Landwirtschaft heuer geringer sein als im Vorjahr.

von pd/mos

Auch der Schweizer Weinbau hat unter dem Wetter gelitten. (Symbolbild Pixabay)
Ausgehend von den ersten Schätzungen rechnet das Bundesamt für Statistik (BFS) damit, dass sich die Gesamtproduktion der Schweizer Landwirtschaft im Jahr 2021 auf 11,2 Milliarden Franken belaufen wird. Das sind 2,1% weniger als 2020. Die Ausgaben für Vorleistungen (Futtermittel, Energie, Dünger, Unterhalt und Reparaturen usw.) betragen 7,0 Milliarden Franken und sind damit 0,7% höher als im Vorjahr. Die Bruttowertschöpfung, die sich aus der Differenz zwischen dem Produktionswert und den Vorleistungen ergibt, erreicht 4,1 Milliarden Franken, was gegenüber 2020 einer Verringerung von 6,6% entspricht, wie das Bundesamt in einer Mitteilung schreibt.
Historische Rückgänge im Pflanzenbau
Der kalte Frühling, Frost nach dem Vegetationsstart, Hagel, ein verregneter Sommer mit durchnässten Böden und wenig Sonne setzen dem Pflanzenbau stark zu. Dessen Produktionswert verringert sich laut BFS gegenüber 2020 um 9,0% auf geschätzte 3,8 Milliarden Franken.
Beim Steinobst, insbesondere bei den Aprikosen und Pflaumen, wurde eine der schwächsten Ernten der vergangenen zwei Jahrzehnte verzeichnet. Die Heuernte war schwierig. Die Getreideernte verzögerte sich und fiel durchzogen aus, wodurch der Produktionswert des Getreides um 13% sinkt. Der Produktionswert der Kartoffeln ist ebenfalls rückläufig (–15%) und auch die Zuckerrüben, deren Anbaufläche schrumpft, haben gelitten (–14%).
Die Nachfrage nach inländischem Gemüse ist nach wie vor gross, die Produktion verringerte sich hingegen (–5%). Der Weinbau erlebte bereits 2020 ein schwieriges Jahr. 2021 verschlechtert sich die Situation tendenziell, da zum ungünstigen Wetter der Mehltau hinzukam. Es wird eine der schwächsten Ernten der letzten Jahrzehnte erwartet. Als Folge davon dürfte der Produktionswert von Trauben und Wein im Vergleich zu 2020 um 17% einbrechen.
Milchwirtschaft legt zu
Die tierische Produktion wächst im Jahr 2021 gegenüber 2020 um 2,1% auf geschätzte 5,9 Milliarden Franken. Der Wert der Milchproduktion wird auf 2,6 Milliarden Franken beziffert (+5,5%), wobei die Produktionsmenge leicht zunimmt (+0,3%) und der Durchschnittspreis seinen Aufwärtstrend fortsetzt (+5,2%). Auch die Preise des Schlachtviehs ziehen weiter an, die Nachfrage bleibt konstant hoch und das Angebot begrenzt. Entsprechend steigt auch der Wert der Rindviehproduktion um 4,7% auf 1,6 Milliarden Franken.
Umgekehrt sinkt der Wert der Schweineproduktion um 10,4% auf 0,9 Milliarden Franken, was daran liegt, dass die Zahl der Schlachtungen 2021 weiter wächst und die Nachfrage nachlässt. Schliesslich setzt sich der seit 2006 beobachtete starke Aufschwung der Geflügelhaltung 2021 fort. Sie erreicht voraussichtlich einen Produktionswert von 0,7 Milliarden Franken (+5,0%), was insbesondere auf den zunehmenden Konsum von Geflügel und Eiern aus der Schweiz zurückzuführen ist.