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Start in die Lebensmittelwissenschaften

Für die Bachelor-Studierenden an der BFH-HAFL hat das Studium begonnen. Viele sehen die Herausforderungen der Lebensmittelbranche als Chance. Einige möchten ins Labor, andere neue Produkte entwickeln.

von hps

Manuela Schuppli (hps)
Benedikt Sager (hps)
Katjuscha Bernasconi (hps)
Adrian Giger (hps)
Brian von Moos (hps)
Lorenz Johner (hps)
Andreas Füllemann (hps)
Andrea Aeschlimann (hps)
An der Hochschule für Agronomie-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) begannen Mitte September die Studierenden mit dem Herbstsemester. Für 61 war es der Einstieg ins Studium der Lebensmittelwissenschaften. Um eine Übersicht über ihren neuen Campus zu erhalten, absolvierten sie an ihrem zweiten Tag einen Postenlauf in und um die HAFL. Auch mit dem Labor wurden die Studierenden vertraut gemacht. Dort konnten die Studierenden eine ph-Analyse durchführen. Gleichzeitig erzählten einige von ihnen alimenta, was sie zum Studium an der HAFL motiviert, was sie an Lebensmitteln fasziniert, oder wo und in welcher Funktion sie sich später einmal im Berufsleben sehen.
«Innovative Verpackung ist entscheidend»
Manuela Schuppli: «Lebensmittel interessieren mich seit meiner Kindheit. Ich machte die Fachmatur und habe ein Praktikum bei der Hero gemacht. Zwischenzeitlich war ich noch in der Tourismusbranche tätig. Ich bin besonders an der Verpackungsbranche interessiert. Spannend finde ich, dass der Verpackung eine entscheidende Rolle zukommt, um Foodwaste zu vermeiden. Hier Produktentwicklung zu betreiben, wäre für mich sehr spannend. Ich könnte mich aber auch in der Entwicklung von neuen Aromen und Geschmacksrichtungen sehen. Zum Beispiel bei Givaudan.»
«Neue, nachhaltige Produkte entwickeln»
Benedikt Sager: «Ich komme aus einer Gastrofamilie. Schon mein Grossvater führte ein Restaurant und arbeitete sein ganzes Leben in der Gastronomie. Auch für mich hat die Arbeit mit Lebensmitteln eine grosse Bedeutung. Doch weil ich mich nach der Schule nicht entscheiden konnte, machte ich zuerst einmal das KV. Später möchte ich den Master machen, um dann eine gute Stelle in der Lebensmittelwirtschaft antreten zu können. Am liebsten in der Produktentwicklung, wo ich neue Lebensmittel erfinden könnte, die zudem nachhaltig sind. Es wäre spannend, wenn ich später einmal in der Migros ein Produkt antreffen würde und sagen könnte: Das habe ich erfunden.»
«Vielleicht arbeite ich einmal im Labor»
Katjuscha Bernasconi: «Ich machte eine kaufmännische Lehre und die Berufsmatur. Meine Mutter ist Köchin und sie hat mir viel über gesunde Ernährung beigebracht. Ausserdem ist für mich klar, dass die Lebensmittelindustrie immer wichtig sein wird, darum will ich Lebensmittelwissenschaften studieren. Am liebsten würde ich nach dem Studium in einem Labor arbeiten. Doch mein Entscheid wird sich in den nächsten drei Jahren sicher noch oft ändern.»
«Gute Karrieremöglichkeiten in der Industrie»
Adrian Giger: «Die Zukunftsperspektiven mit den vielen Entwicklungsmöglichkeiten veranlassten mich, das Studium anzutreten. Ich bin Milchtechnologe und habe bei der Emmi in Ostermundigen gelernt. Mein Ziel ist es, einmal in der Grossindustrie arbeiten zu können, weil es hier viele Karrieremöglichkeiten gibt und ich etwas erreichen möchte. Zum Beispiel als Bereichsleiter. Die grossen Trends in der Lebensmittelindustrie sehe ich im Bereich von Proteinprodukten und laktosefreien Produkten. An der HAFL freue ich mich auf Fächer wie zum Beispiel Unternehmensführung oder auch Fleischerzeugung und Weinherstellung.»
«Ich will Kontrolleur werden»
Brian von Moos: «Ich bin gelernter Koch und mein Ziel ist es, einmal in der Lebensmittelkontrolle Fuss zu fassen. Wenn ich in ein Restaurant essen gehe, möchte ich gewährleistet haben, dass es hinten in der Küche sauber ist und dass es in allen Restaurants der Schweiz so ist. Ich glaube, dass sich die Lebensmittelindustrie stark verändern wird. Wahrscheinlich wird sie weitgehend weg vom Fleisch kommen. Da sind wir auf gutem Weg mit all diesen Alternativen.»
«Leute sollen wissen, was sie essen»
Lorenz Johner: «Ich machte das Abitur in Deutschland und überlegte zuerst noch, ob ich eine Kochlehre anfangen soll. Ich habe mich jedoch dagegen entschieden. Ich esse gerne und koche gerne, das ist mein Bezug zu Lebensmitteln. Ich denke, dass viele Leute gar nicht wissen, was in den Lebensmitteln enthalten ist. Ich möchte, dass die Leute vermehrt über ihren Konsum nachdenken und Bescheid über Lebensmittel wissen.»
«Chemie wird spannend werden»
Andreas Füllemann: «Ursprünglich habe ich das KV gemacht. Danach fing ich ein Studium an, stoppte es aber wieder. Die naturwissenschaftliche Komponente an Lebensmitteln finde ich spannend und sowieso befasse ich mich gerne mit dem Essen. Die Lebensmittelbranche bietet zudem viel Potential, um Veränderungen bewerkstelligen zu können. Die Fächer, die mit Chemie zu tun haben, und Analysen von Inhaltsstoffen beinhalten, werden sicher spannend werden. Für die Zukunft sehe ich für mich eventuell auch eine Karriere in der Verpackungsbranche.»
«Vielleicht Karriere in der Gastronomie»
Andrea Aeschlimann: «Ich bin gelernte Köchin und machte danach die Berufsmatur. Zuerst dachte ich noch über eine Karriere in der Ernährungsberatung nach. Aber auch die Physiotherapie interessierte mich. Gesundheitsthemen sind gerade in der Ernährungswirtschaft grossgeschrieben. Nach dem Studium kann ich mir sehr gut vorstellen, weiter in der Gastronomie tätig zu sein.»