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Freiburger Frites direkt vom Bauernhof

Der Freiburger Landwirt Francis Bapst und sein Vater Jean-Bernard verarbeiten ihre Kartoffeln auf dem Hof zu Pommes frites und anderen küchenfertigen Produkten. Auch die Vermarktung haben sie selber in die Hand genommen.

von fk

Francis Bapst vor seinem Selbstbedienungslagen. (Françoyse Krier)
Francis Bapst ist ein junger Landwirt mit Ideen. Seit einigen Jahren arbeitet er auf dem Hof Domainde de Cormagens mit, den sein Vater Jean-Bernard und sein Onkel gemeinsam bewirtschaften. Der Hof liegt im kleinen Ort Cormagens, unweit der Stadt Freiburg. Das Besondere daran: Hier entstehen frische Freiburger Pommes frites, die seit 2019 das Label «Zertifiziert Terroir Fribourg» tragen.
Den Anstoss, die eigenen Kartoffeln gleich selber weiterzuverarbeiten, erhielt Francis Bapst während seiner Ausbildung zum Agrotechniker. In seiner Diplomarbeit befasste er sich damit, wie sich Kartoffeln zu küchenfertigen Produkten für Spitäler, Heime und Restaurants verarbeiten lassen. In einer ehemaligen Milchkammer des Hofs schritt der junge Mann im März 2019 zur Tat. Er schaffte eine Kartoffelschälmaschine an, die 12 Kilogramm Kartoffeln auf einmal schälen kann, später kam ein Vakuumiergerät hinzu, um die Produkte in Beutel abzupacken.
Heute stellt er frische Pommes frites, Rösti und Kartoffelscheiben für Gratins her. Geschält, geschnitten oder geraffelt können die Produkte in der Küche direkt weiterverarbeitet werden. Zum eigentlichen Markenzeichen der Domaine de Cormagens sind die Country Frites geworden, die noch einen Teil der Schale haben. Speziell für Spitäler, Heime und Caterer sind auch sogenannte Grenailles im Angebot, geschälte, festkochende Kartöffelchen. Heute beschäftigt das Unternehmen von Francis Bapst fünf Personen, während der zweieinhalb Monate dauernden Erntezeit heuert er zusätzliche Arbeitskräfte an.
1500 Kilogramm pro Woche
Verkauft werden die Produkte zu einem guten Teil an Restaurants und Küchen von Spitälern und Heimen. «Manche Restaurants verwenden nur unsere Frites, die in der ganzen Region bekannt sind», sagt Francis Bapst stolz. Ihre Produkte liefern die Bapsts gleich selber aus. Rund 1500 Kilogramm werden jede Woche im Direktverkauf abgesetzt. Ein Teil davon wird auf dem eigenen Hof verkauft. Schon von Anfang an bot Francis Bapst in einem kleinen Kühlschrank neben der Milch von den Kühen seines Onkels auch 500-Gramm-Packungen mit seinen Kartoffelprodukten an. Diesen April hat Francis mit Hilfe seines Vaters ein kleines Selbstbedienungslädeli eingerichtet, das «Le Sel’frites de Cormagens», das rund um die Uhr offen ist. Neben den eigenen Kartoffelprodukten verkauft er auch Brot, Honig, Schweizer Popcorn, Früchte und Gemüse. Was nicht vom eigenen Hof stammt, liefern junge Landwirte aus der Region.
Alles selber produzieren, verarbeiten und verkaufen – das ist das erklärte Ziel von Francis Bapst. «In den letzten zweieinhalb Jahren ist unsere Produktion gewachsen, aber unser Projekt muss ein Familiending bleiben.»