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Kulinarisches Wiedersehen

Nach einem Jahr Corona-Pause gab es an der 21. Ausgabe der Schweizer Gastromesse Goûts & Terroirs in Bulle wieder traditionelle Spezialitäten und kulinarische Neuheiten zu entdecken. Geehrt wurden ausserdem die besten Bäckereien und Metzgereien.

von fk

Amandine Freudiger zeigt ihr Können im Final der besten Lernenden der Bäcker-Konditoren. (Françoyse Krier)
Die Wiedersehensfreude war gross im freiburgischen Bulle: 725 Tage lag die letzte Ausgabe der Gastromesse Goûts & Terroirs im Jahr 2019 zurück, die Ausgabe von letztes Jahr fiel der Pandemie zum Opfer. Vom 28. Oktober bis 1. November hiess es in Bulle nun wieder: entdecken, verkosten und feiern. Mit rund 39000 Besucherinnen und Besuchern war das Publikum zwar 15 Prozent kleiner als 2019, aber grösser als von den Organisatoren erwartet. Zufrieden zeigten sich auch die 300 Aussteller, die etwa 6500 verschiedene Produkte feilboten: Sie machten gleich viel oder teilweise sogar mehr Umsatz als bei der letzten Ausgabe.
Ausgezeichnetes Bäckerhandwerk
Im Rahmen der Messe fanden die nationalen Wettbewerbe der Bäckerei-Konditorei- und der Fleischbranche statt, die Swiss Bakery Trophy und der Qualitätswettbewerb für Fleischprodukte und Fleischzubereitungen des Schweizerischen Fleisch-Fachverbandes SFF.
Bei der Swiss Bakery Trophy bewertete eine Jury aus 180 Fachleuten und 120 Konsumentinnen rund 1300 handwerklich hergestellte Produkte aus den Kategorien Bäckerei, Konditorei, Confiserie und Snack-Traiteur. Den Titel «Swiss Bakery Champion» holte sich Chocolats Kaufmann im aargauischen Buchs (alle Auszeichnungen unter www.swissbakerytrophy.ch). Im Westschweizer und Tessiner Final der Lernenden gewann Amandine Freudiger, die ihre Lehre bei der Bäckerei Parrat in Saignelégier (JU) macht. Beim 3. Wettbewerb für die beste Cuchaule AOP überzeugte die Bäckerei von Stéphane und Danièle Clément aus Prez-vers-Siviriez die Jury mit ihrem Safranbrot am meisten und holte mit 97 von 100 möglichen Punkten Gold. 45 Freiburger Bäckereien beteiligten sich am Cuchaule-Wettbewerb.
Die Spitzenmetzger der Schweiz
Am Qualitätswettbewerb des SFF massen sich 140 Fleischverarbeiter aus der ganzen Schweiz mit insgesamt 935 Fleischprodukten. Als Gesamtsieger des Wettbewerbs gingen die Migros-Tochter Micarna, die Ernst Sutter AG aus Gossau SG und die Metzgerei Köferli aus Döttingen AG hervor (sämtliche Resultate auf www.sff.ch). Einen grossen Auftritt hatten in Bulle auch die Lernenden. An der Schweizer Meisterschaft im Fleischplattenlegen zeigten die angehenden Fleischfachleute EFZ ihr Können.
Tomme Fleurette, Neuenburger Saucisson, Marrons glacés aus dem Tessin: Neben traditionellen Spezialitäten gab es an der Messe auch kulinarische Neuheiten zu entdecken. Zum Beispiel einen Cracker, den die Walliser Brauerei Malternative aus Biertreber bäckt. Ebenfalls aus dem Wallis kommen die Roggenperlen mit Milchschokolade der berühmten Konditorei Zenhäusern. Das Sortiment von Dicifood aus dem Waadtland ist in den letzten zwei Jahren regelrecht explodiert: Nach Bulgur, Mohn- und Chiasamen, Kinoa, Popcorn und verschiedenen Linsen zeigte das Unternehmen dieses Jahr als Neuheiten Erbsen und Rollgerste. Die Besonderheit: Alle Produkte werden im Waadtland nach IP-Suisse-Standard angebaut.
Das Westschweizer Unternehmen Lucul stellt seit 1934 Fonds, Saucen und Bouillons her. In Bulle zeigte Lucul unter anderem seinen «Valaisanne Mix» für Fondue Chinoise, eine Rinderbrühe mit Kräutern vom Grossen Sankt Bernhard und ganzen Totentrompeten.